Der chinesische Autobauer BYD drängt an die Weltspitze. An der Börse sieht die Realität völlig anders aus. Die Aktie rutschte am Freitag auf 8,29 Euro ab. Das Papier markierte im Handelsverlauf ein neues 52-Wochen-Tief. Ein Verlust von fast 40 Prozent auf Jahressicht spricht Bände.
Ambitionen prallen auf harte Zahlen
Das Management treibt das internationale Geschäft stark voran. Auf dem Goodwood Festival of Speed 2026 präsentiert der Konzern acht neue Modelle. Darunter fallen globale Premieren für die Marken DENZA und YANGWANG. Auch der Pick-up SHARK feiert sein britisches Debüt.
Diese Flut an neuen Autos verpufft am Markt völlig. Der Grund liegt in der schwachen Profitabilität. Der operative Umsatz sank im ersten Quartal um knapp zwölf Prozent. Der Nettogewinn brach sogar um 55 Prozent auf 4,08 Milliarden Renminbi ein. Die Folge: Investoren ziehen sich zurück.
Zölle bedrohen das Europa-Geschäft
Ein weiteres Problem braut sich in Europa zusammen. Die EU-Kommission prüft offenbar zusätzliche Ausgleichszölle auf chinesische Hybridfahrzeuge. BYD trifft das hart. Der Konzern setzt auf dem europäischen Kontinent stark auf diese Antriebsart.
Der Export bleibt eigentlich eine wichtige Stütze. Im Mai verschiffte das Unternehmen gut 160.000 Fahrzeuge ins Ausland. Die gesamten Verkäufe stagnierten derweil bei rund 383.000 Einheiten. Seit Jahresbeginn hinkt der Gesamtabsatz dem Vorjahr um 20 Prozent hinterher.
Langfristiges Ziel, kurzfristiger Schmerz
Konzernchef Wang Chuanfu hält an seinem großen Plan fest. Er will Toyota als weltgrößten Autobauer ablösen. Dafür muss BYD seinen Absatz von zuletzt 4,6 Millionen Fahrzeugen mehr als verdoppeln.
Aktionäre ignorieren diese Langfrist-Fantasie komplett. Die Aktie notiert weit unter allen wichtigen Durchschnittslinien. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 10,84 Euro bildet einen massiven Widerstand. Der RSI-Wert von 20,6 signalisiert zwar eine überverkaufte Lage. Eine echte Erholung erfordert aber handfeste Beweise. Erst wenn die neuen Modelle in Europa die Gewinnmargen spürbar steigern, hat die Aktie eine Chance auf eine Trendwende.
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