Zwei Monate in Folge steigende Verkaufszahlen — nach acht Monaten Rückgang ist das für BYD eine echte Trendwende. Der chinesische Elektroautobauer meldet für Juni 2026 einen Absatzsprung von 5,5 Prozent auf 403.472 verkaufte Fahrzeuge. Getragen wird das Wachstum vor allem vom Auslandsgeschäft, während die Nachfrage in China selbst schwächelt.
Im Mai hatte BYD mit einem Plus von 0,3 Prozent gerade erst die Talfahrt gestoppt. Der Juni-Sprung zeigt: Die Erholung gewinnt an Fahrt. Besonders bemerkenswert ist der Rekord bei den Überseeverkäufen — über 160.000 verkaufte New-Energy-Fahrzeuge im Mai, so viele wie nie zuvor in einem Monat.
Export als Wachstumsmotor
BYD baut seine internationale Präsenz seit 2021 systematisch aus. Europa, Südostasien, Ozeanien und Südamerika stehen im Fokus der Expansion. Diese Strategie zahlt sich jetzt aus, während der Heimatmarkt an Dynamik verliert.
Beim Goodwood Festival of Speed in England zeigt BYD mehrere neue Modelle. Dazu zählen der Sportwagen Denza Z als Coupé und Rennversion sowie der SUV Bao 5. Für den britischen Markt bringt BYD zusätzlich die Kompaktlimousine Dolphin G DM-i und den Pick-up Shark.
Ein weiteres Zugpferd ist der Great Tang, ein großer Luxus-SUV. Er soll bis Ende 2026 nach Europa kommen. In China verzeichnet das Modell bereits vor dem offiziellen Marktstart 150.000 Bestellungen.
Ein wichtiger Faktor bleibt die vertikale Fertigungstiefe des Konzerns. BYD produziert Batterien, Elektromotoren, Steuerungselektronik und Halbleiterchips selbst. Das senkt Kosten und beschleunigt die Entwicklung neuer Modelle — ein klarer Vorteil im globalen Preiskampf der E-Auto-Branche.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse zeigt sich die Erholung noch nicht vollständig. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 9,58 Euro, ein Tagesplus von 7,38 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 15,56 Prozent zu Buche.
Der längerfristige Blick fällt deutlich schwächer aus. Der Titel liegt 5,84 Prozent unter dem Stand vor 30 Tagen und büßt seit Jahresbeginn 12,55 Prozent ein. Erst am 30. Juni markierte die Aktie mit 8,03 Euro ihr 52-Wochen-Tief — vom Rekordhoch bei 14,80 Euro aus dem Juli 2025 trennen sie inzwischen 35,27 Prozent.
Der aktuelle Kurs liegt unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage. Die annualisierte Volatilität von gut 40 Prozent zeigt: Der Markt bleibt nervös, auch wenn der Relative-Stärke-Index mit 56,6 keine Überhitzung signalisiert.
Zwei Termine dürften nun in den Fokus rücken. Am 28. August legt BYD die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Bereits am 31. Juli fließt zudem eine Dividende an die Aktionäre, der Stichtag für den Dividendenanspruch lag am 11. Juni.
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