BYD hat am 31. Juli 2026 die letzte Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2025 abgeschlossen. Die Ausschüttung von 3,58 Yuan je zehn Aktien markiert das Ende eines schwierigen Jahres für den chinesischen Elektroautobauer. Der Nettogewinn brach um 19 Prozent ein. Trotzdem klettert die Aktie seit Wochen nach oben.
Ein Gewinnrückgang mit Ansage
BYD zahlte die A-Aktien-Dividende nach einem Beschluss der Hauptversammlung vom 9. Juni 2026 aus. Der Stichtag lag am 30. Juli, der Ex-Tag und die Auszahlung folgten einen Tag später.
Die Zahlen dahinter zeigen deutlichen Druck. Der Gewinn je Aktie fiel von 4,61 Yuan im Vorjahr auf 3,58 Yuan. Der Umsatz wuchs zwar um 3,5 Prozent auf 804 Milliarden Yuan, doch der Nettogewinn sank um 19 Prozent auf 32,6 Milliarden Yuan. Die Gewinnmarge rutschte von 5,2 auf 4,1 Prozent.
Die Dividendenrendite liegt bei etwa 0,4 Prozent. Das ist deutlich weniger als die 6,9 Prozent im obersten Viertel der Hongkonger Dividendenzahler und auch unter dem Branchenschnitt von 1,8 Prozent. BYD zahlt an seine Aktionäre also vergleichsweise wenig aus.
Kurs erholt sich, Exportgeschäft zieht
Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 10,30 Euro, ein Minus von 0,94 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 18,73 Prozent zu Buche. Die Erholung fällt zusammen mit frischen Verkaufszahlen: Im Juli stiegen die globalen Auslieferungen zum dritten Mal in Folge, um 21,8 Prozent auf 419.211 Fahrzeuge.
Das Auslandsgeschäft trägt diesen Trend inzwischen fast allein. Im Mai beendete BYD eine neunmonatige Serie rückläufiger Verkäufe. Die weltweiten Auslieferungen legten damals nur um 0,3 Prozent zu, während die Exporte um rund 80 Prozent auf 160.644 Einheiten sprangen. Im heimischen Markt brachen die Verkäufe zeitgleich um fast 25 Prozent ein.
Diese Kluft zwischen starkem Export und schwacher Heimatnachfrage zieht sich durch das gesamte Jahr. BYD verlässt sich zunehmend auf Europa und Schwellenländer, um die Stückzahlen zu stützen — der chinesische Markt selbst kühlt spürbar ab.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Die Einschätzungen der Analysten fallen trotz der schwachen Heimatnachfrage optimistisch aus. Investing.com nennt im Schnitt ein Zwölfmonatsziel von 124,63 Hongkong-Dollar für die H-Aktie, basierend auf 28 Analysten mit einer Spanne von 87,38 bis 146,80 Hongkong-Dollar. TipRanks kommt auf einen Mittelwert von 128,20 Hongkong-Dollar, mit Schätzungen zwischen 80,00 und 172,38 Hongkong-Dollar.
Die große Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich Analysten die zentrale Frage gewichten: Kann das internationale Wachstum die Schwäche im Heimatmarkt dauerhaft ausgleichen? Die Prognosen hängen stark davon ab, wie stark Europa und Schwellenländer künftig zulegen.
Die nächste Standortbestimmung folgt Ende August 2026, wenn BYD die Quartalszahlen für das zweite Quartal vorlegt. Bis dahin bleibt das Wechselspiel zwischen robustem Exportwachstum und schwächelndem Heimatmarkt der entscheidende Faktor für die Aktie.
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