BYD hat im Juli den stärksten Monatsabsatz des laufenden Jahres verzeichnet. Nach Medienberichten produzierte der chinesische Autobauer 420.249 Fahrzeuge und verkaufte 419.211 Einheiten – deutlich mehr als im Juli des Vorjahres, als 344.296 Fahrzeuge abgesetzt wurden.

Getragen wurde der Zuwachs vor allem vom Auslandsgeschäft: Von den Verkäufen entfielen 179.841 Personenwagen und Pick-ups auf den Export, während die Nachfrage im Heimatmarkt mit rund 239.370 Fahrzeugen schwächer blieb.

Exportschub kompensiert schwächelnden Heimatmarkt

Die Zahlen zeigen ein Muster, das sich durch das laufende Jahr zieht: BYD gleicht eine nachlassende Dynamik im chinesischen Kernmarkt zunehmend über Auslandsmärkte aus. Kumuliert kamen die Elektrofahrzeuge des Konzerns damit im laufenden Jahr auf 2.227.722 verkaufte Einheiten. Trotz des Rekordmonats liegt BYD damit weiterhin hinter dem Tempo zurück, das für das Erreichen des eigenen Jahresziels bei den Auslieferungen nötig wäre.

Die geografische Expansion zeigt sich auch operativ. In Brasilien hat BYD nach einer rund zweijährigen Investition von 100 Millionen Reais sein erstes im Land gefertigtes Plug-in-Hybrid-Flex-Fuel-Modell auf den Markt gebracht, den Song Pro Super-Hibrido Flex Fuel. Das Fahrzeug erreichte am 5. August die brasilianischen Händler.

Reuters ordnete den Schritt als Teil einer Strategie ein, die Fertigung vor Ort auszubauen: Bis Januar 2027 soll der Anteil lokal gefertigter Teile auf über 50 Prozent steigen, zudem sind Batterien aus dem Werk in Camaçari geplant. Damit verschiebt sich BYDs Rolle in Brasilien von der reinen Montage hin zu echter lokaler Wertschöpfung – ein Schritt, der Zölle und Lieferkettenrisiken abfedern soll.

Neue Modelle sollen Nachfrage stützen

Parallel zur internationalen Expansion treibt BYD die Produktoffensive im Heimatmarkt voran. Seit dem 13. August können Kunden in China den Sealion 08 vorbestellen, ein SUV der Ocean-Baureihe mit DM-i-Plug-in-Hybrid- und reiner Elektroversion. Die Preise beginnen bei 230.000 Yuan; die Hybridvariante gilt als erstes Plug-in-Modell des Konzerns mit Blitzladefunktion.

Zudem steht die Tochtermarke Denza im Rampenlicht: Auf der Chengdu Auto Show, die vom 21. bis 30. August läuft, feiert der Da Han sein öffentliches Debüt, parallel wurden Vorbestellungen für die Limousine Z9S geöffnet.

Im Zentrum der Anlegeraufmerksamkeit steht derzeit jedoch der Blick auf die Halbjahresbilanz. Am vergangenen Mittwoch hatte der Aufsichtsrat eine Sitzung anberaumt, um die Veröffentlichung der Zahlen für die sechs Monate zum 30. Juni vorzubereiten; die eigentliche Veröffentlichung ist für den 28. August terminiert und dürfte zeigen, wie stark sich der Exportschub bereits in der Konzernbilanz niederschlägt.

Aktie bewegt sich seitwärts

An der Börse hat sich die jüngste operative Dynamik bislang nicht in einer klaren Kursreaktion niedergeschlagen. Das Papier schloss am Freitag bei 9,79 Euro, ein Plus von 0,3 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht dennoch ein Rückgang von 3,6 Prozent zu Buche, und seit Jahresbeginn hat die Aktie 8,6 Prozent verloren.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,23 Euro, erreicht am 26. August des Vorjahres, notiert der Titel derzeit rund ein Viertel entfernt. Für Anleger bleibt der 28. August damit der entscheidende Termin, an dem sich zeigen dürfte, ob die operative Stärke aus dem Exportgeschäft die Bewertung stützen kann.