BYD hat im Juli 419.211 Elektro- und Hybridfahrzeuge verkauft, ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Es ist der dritte Monat in Folge mit Jahreswachstum. Doch die Zahl reicht nicht, um das ursprüngliche Jahresziel von 5 bis 5,5 Millionen verkauften Fahrzeugen komfortabel zu erreichen.

Nach den Angaben des Unternehmens summierten sich die Verkäufe von Januar bis Juli auf 2.227.722 Neuenergiefahrzeuge, ein Rückgang von 10,54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Bloomberg berichtet, BYD müsse in der zweiten Jahreshälfte im Schnitt rund 530.000 Fahrzeuge pro Monat absetzen, um zumindest die untere Zielmarke zu erreichen – nach 1,81 Millionen verkauften Einheiten im ersten Halbjahr ist das ein deutlicher Sprung gegenüber dem Julitempo.

Auslandsgeschäft trägt das Wachstum

Der Wachstumstreiber liegt klar außerhalb Chinas: Die Auslandsverkäufe erreichten im Juli mit 179.841 Einheiten einen Rekordwert, ein Anstieg von 124,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit stammte fast jedes zweite verkaufte Fahrzeug aus dem Exportgeschäft – rund 43 Prozent des Monatsvolumens. Im Heimatmarkt dagegen schrumpften die Verkäufe um etwa 9 Prozent auf rund 239.370 Einheiten.

Diese Verschiebung zeigt, wie stark sich BYD inzwischen auf internationale Märkte verlässt, um die schwächelnde Nachfrage in China auszugleichen. Kumuliert hat der Konzern nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 17,3 Millionen Neuenergiefahrzeuge produziert. Produktionsengpässe, die im Zusammenhang mit der Umstellung auf die zweite Generation der Blade Battery standen, sollen sich laut Unternehmensangaben zudem abschwächen.

Neue Modelle sollen Schwung bringen

Parallel zur Absatzdebatte treibt BYD sein Modellprogramm weiter voran. Die Premiummarke Denza hat die Vorbestellungen für die Limousine Z9S gestartet, die mit einer nach Unternehmensangaben weltweiten Bestreichweite von 1.100 Kilometern nach CLTC-Norm werben soll.

Je nach Ausstattung kostet der Wagen zwischen 319.800 und 389.800 Yuan. Die Modelle verfügen über die zweite Generation der Blade Battery mit 102,3 kWh Kapazität und eine Schnellladefunktion, die den Akku laut Unternehmen in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent laden soll.

Zudem hat BYD mit dem Seal 06 ein weiteres Modell mit LiDAR-gestützter Fahrassistenz und 630 Kilometern Reichweite auf den Markt gebracht. Auf der Chengdu Auto Show Ende August will der Konzern zudem die Limousine Da Han mit einer BEV-Version und bis zu 1.008 Kilometern Reichweite erstmals global zeigen. Für den 29. August ist außerdem der Halbjahresbericht angesetzt, der Anlegern erste belastbare Zahlen zur zweiten Jahreshälfte liefern dürfte.

Aktie bewegt sich seitwärts

An der Börse spiegelt sich die gemischte Nachrichtenlage in einer verhaltenen Kursentwicklung wider. Das Papier notiert vorbörslich bei 9,73 Euro und damit nahezu unverändert zum Donnerstagsschluss von 9,72 Euro.

Auf Jahressicht steht die Aktie mit 9,1 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 21 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,23 Euro, erreicht im August vergangenen Jahres, trennen das Papier aktuell 26 Prozent.

Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob das starke Auslandsgeschäft die Schwäche im Heimatmarkt dauerhaft kompensieren kann. Die kommenden Monate bis zum Jahresende dürften zeigen, ob BYD das selbst gesetzte Verkaufsziel noch erreichen kann oder ob eine Anpassung der Prognose unausweichlich wird.