090 rein batteriebetriebene Fahrzeuge ausgeliefert. Damit liegt der chinesische Autobauer über den 480.126 Fahrzeugen, die Tesla im selben Zeitraum an Kunden übergeben hat. Für Anleger ist das ein weiteres Signal, dass sich das Kräfteverhältnis auf dem globalen Elektroauto-Markt zugunsten des chinesischen Herstellers verschiebt – auch wenn Tesla parallel mit dem Ausbau seines Robotaxi-Geschäfts und der Optimus-Roboterproduktion neue Wachstumsfelder erschließt.
Fang Cheng Bao und Qin-Familie mit gegenläufigen Trends
Innerhalb des BYD-Portfolios zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Marke Fang Cheng Bao kam im Juni 2026 auf 35.607 verkaufte Fahrzeuge, ein Plus von 88,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das SUV-Modell Tai 7 der Marke steuerte im Juni 23.710 Einheiten bei, ein Anstieg von 29,7 Prozent im Vergleich zum Mai. Die im April 2026 gestartete Schnelllade-Variante des Tai 7 kostet ab 199.800 Yuan und schafft laut Herstellerangaben eine Reichweite von 675 beziehungsweise 755 Kilometern, je nach Ausstattung.
Deutlich schwächer entwickelt sich dagegen die traditionsreiche Qin-Baureihe. Im Juni 2026 verkaufte BYD nur noch 14.900 Fahrzeuge dieser Familie, ein Rückgang von 66,17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2026 summierten sich die Qin-Verkäufe auf 149.174 Einheiten, ein Minus von 45,62 Prozent. Zum Vergleich: 2025 hatte die gesamte Baureihe noch 661.090 Fahrzeuge abgesetzt. Mit dem neuen Qin Max, dem Flaggschiff oberhalb des Qin L, will BYD die Talfahrt stoppen. Die Mittelklasse-Limousine ist 4.866 Millimeter lang, verfügt über einen Radstand von 2.820 Millimetern und wird sowohl als reines Elektrofahrzeug mit 240- oder 120-Kilowatt-Motor als auch als Plug-in-Hybrid mit 1,5-Liter-Verbrenner und 175-Kilowatt-E-Motor angeboten.
Im Hochleistungssegment positioniert sich BYD zudem mit dem Denza Z, einem Elektro-Supersportwagen mit drei Motoren und einer Systemleistung von 1.164 Kilowatt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 2,25 Sekunden, die 76-Kilowattstunden-Batterie erlaubt Schnellladen mit bis zu 1.500 Kilowatt. Das Coupé kostet in Großbritannien 142.900 Pfund, die offene Spider-Version 159.900 Pfund.
Politisches Störfeuer in Ungarn
Abseits des Produktgeschäfts sorgt eine Personalie in Ungarn für Aufsehen. Der frühere ungarische Außenminister Péter Szijjártó hat eine globale Führungsposition bei BYD übernommen, woraufhin die ungarische Regierung eine Prüfung des Engagements des Autobauers im Land eingeleitet hat. Szijjártó teilte dem Bürgermeister von Szeged, Botka László, telefonisch mit, er werde bei BYD internationale Beziehungen verantworten, nicht aber Investitionen in Ungarn selbst. Botka hatte von der Personalie zunächst aus der Presse erfahren. BYD baut derzeit Werke in Szeged, Komárom und Budapest auf, eine Batterieproduktion ist an diesen Standorten bislang nicht vorgesehen.
Sponsoring-Offensive und Kursentwicklung
Auf der Marketingseite hat BYD eine globale Partnerschaft mit Paris Saint-Germain bis Juni 2029 geschlossen. Der Konzern liefert dem Fußballclub Fahrzeuge der Marken BYD und Denza für den täglichen Betrieb und erhält im Gegenzug Sichtbarkeit im Parc des Princes. Ähnliche Kooperationen bestehen bereits mit Inter Mailand und Manchester City.
An der Börse hat sich die BYD-Aktie zuletzt spürbar erholt. Der Titel notiert aktuell bei 10,01 Euro und legt im Tagesverlauf um 1,07 Prozent zu. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Kursanstieg auf 12,74 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro, erreicht im Juli 2025, ist die Aktie mit einem Abstand von 32,39 Prozent aber weiterhin deutlich entfernt. Die jüngste Erholung fällt damit in eine Phase, in der operative Fortschritte bei Auslieferungen und neuen Modellen auf politische Unsicherheiten in Europa treffen.
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