Knapp über dem 52-Wochen-Tief, weit unter allen gleitenden Durchschnitten — BYD steckt in einem der härtesten Kursverluste unter den großen Elektroauto-Herstellern. Der RSI liegt bei 19,0. Das signalisiert eine extreme Überverkauft-Situation, löst aber keine der fundamentalen Fragen.
Quartalszahlen belasten das Bild
Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um mehr als die Hälfte ein. Der operative Umsatz fiel auf umgerechnet rund 150 Milliarden Renminbi — ein Rückgang von knapp zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Cashflow halbierte sich nicht nur, er kollabierte: minus 67 Prozent im Jahresvergleich.
Das Ergebnis spiegelt sich im Kurs. BYD notiert rund 45 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro vom Juli 2025. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus fast 26 Prozent.
Inland schwächelt, Ausland wächst
Das Kernproblem ist die Spaltung im Absatz. In China verkaufte BYD im Mai rund 223.000 Fahrzeuge — ein Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. International dagegen erreichte der Konzern mit knapp 161.000 Einheiten einen Rekord. Das entspricht einem Plus von 80 Prozent und einem Anteil von 42 Prozent am gesamten Monatsabsatz.
Der Mai-Absatz beendete immerhin eine acht Monate lange Schwächephase im Jahresvergleich. Ob das eine Trendwende ist oder nur eine Delle, bleibt offen.
Preiserhöhung in Indien, Auftritt in Goodwood
Parallel dazu erhöhte BYD in Indien zum 1. Juli die Preise um bis zu zwei Prozent. Betroffen sind Modelle wie Atto 3, Seal und Sealion 7. Der Grund: Währungsdruck. Da BYD seine Fahrzeuge vollständig nach Indien importiert, schlagen Wechselkursschwankungen direkt auf die Marge durch. Kunden mit Buchungen aus Mai und Juni können noch bis Ende Juli zu alten Preisen abnehmen.
Auf der anderen Seite plant BYD beim Goodwood Festival of Speed acht Neuvorstellungen — darunter globale Premieren und den offiziellen UK-Start der Submarke Denza. Das ist kein Quartalsereignis, aber es zeigt, wie stark BYD auf Europa setzt, um den Heimatmarkt-Druck zu kompensieren.
Was jetzt zählt
Der Kurs liegt bei 8,13 Euro — nur 1,2 Prozent über dem frischen Jahrestief von 8,03 Euro. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt fast 25 Prozent. Das Chartbild allein reicht nicht als Kaufargument.
Was BYD jetzt liefern muss: Wachstum im Ausland, das sich in den Margen niederschlägt. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Rekordabsatz im internationalen Geschäft den Gewinneinbruch aus dem ersten Quartal wenigstens teilweise aufholt.
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