Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD reagiert mit einer großangelegten Einstellungswelle auf den weltweit wachsenden Absatz. An den Werksstandorten der zentralen Produktionsbasis in Xi’an stellt das Unternehmen mehr als 8.000 zusätzliche Arbeitskräfte ein.
Gesucht werden vor allem Fachkräfte für die Bereiche Schweißen, Lackierung und Endmontage. Im heutigen Handel an den europäischen Börsen notiert das Papier des Konzerns mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 8,83 Euro.
Die personelle Aufstockung markiert die Rückkehr zur vollen Produktionsfähigkeit am wichtigsten Fertigungsstandort des Konzerns. Die vier Ausbaustufen in Xi’an verfügen zusammen über eine Jahreskapazität von bis zu 1,5 Millionen Fahrzeugen.
Zuletzt hatten Umrüstungen an den Montagelinien und die Umstellung auf die zweite Generation der hauseigenen Blade-Batterie den Betrieb verlangsamt. Nach Angaben von Branchendienstleistern arbeiten sämtliche Teilwerke nun wieder im Normalbetrieb.
Rekordexporte dämpfen Abkühlung im Heimatmarkt
Hintergrund der Produktionsausweitung ist eine ausgeprägte Verschiebung der Absatzzahlen. Im August lieferte BYD weltweit 440.293 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus, was einem Anstieg von 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Während die Verkäufe auf dem hart umkämpften chinesischen Heimatmarkt um 14,3 Prozent nachgaben, wuchsen die Auslandsauslieferungen um 134,5 Prozent auf den Rekordwert von 189.466 Einheiten.
Auf dem Heimatmarkt leidet die Branche unter einer spürbaren Konsumzurückhaltung. Nach Erhebungen des Branchenverbands CAAM gingen die Pkw-Verkäufe in China im August im Jahresvergleich um fast ein Viertel zurück.
Die Ausfuhren fungieren für die chinesischen Hersteller daher zunehmend als Stütze. BYD fertigt zentrale Komponenten weiterhin schwerpunktmäßig in der Volksrepublik, während internationale Standorte in Thailand, Brasilien und Ungarn primär für die Endmontage vorgesehen sind.
Internationaler Druck und technologische Pläne
Mit der Expansion ins Ausland wächst zugleich der handelspolitische Widerstand. Während in den USA Sonderzölle von 100 Prozent greifen, belasten Zusatzzölle der Europäischen Union von bis zu 38 Prozent die Marge bei Fahrzeugimporten.
Um diesen Barrieren zu begegnen, kündigte das Management den Aufbau lokaler Fertigungsketten an. In Europa sollen künftig verkaufte Einheiten schrittweise vor Ort gefertigt werden, wozu nach Unternehmensangaben drei Montagewerke und eine eigene Batteriefabrik erforderlich sind.
Parallel treibt der Konzern die Weiterentwicklung seiner Akkumulatoren voran. Für das Jahr 2027 stellte Vizepräsidentin Stella Li den Serienstart des ersten Fahrzeugs mit Festkörperbatterie in Aussicht.
Nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank plant BYD zudem den zügigen Ausbau eines eigenen Netzes für ultraschnelles Laden, das bis Ende 2028 auf insgesamt 90.000 Stationen anwachsen soll. An der Börse bleibt das Sentiment trotz des operativen Expansionskurses verhalten: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 18 Prozent.
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