Starke Exporte, neue Modelle und politische Rückendeckung aus Peking. Eigentlich müsste die Stimmung bei BYD glänzend sein. Die Realität an der Börse sieht anders aus. Die Papiere des chinesischen Autobauers fallen fast ungebremst.

Am Montag rutschte der Kurs um weitere 1,44 Prozent auf 8,17 Euro ab. Damit notiert der Wert nur noch hauchdünn über dem 52-Wochen-Tief von 8,08 Euro. Ein klares Warnsignal.

Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 25 Prozent. Der Abstand zum wichtigen 200-Tage-Durchschnitt beträgt mittlerweile fast ein Viertel. Ein RSI-Wert von 19,4 zeigt eine massiv überverkaufte Lage an.

Gewinneinbruch überschattet Exporte

Der Hauptgrund für die Misere liegt in der schwachen Profitabilität. Im ersten Quartal brach der Nettogewinn im Jahresvergleich um über 55 Prozent ein. Ein harter Preiskampf auf dem chinesischen Heimatmarkt frisst die Margen auf.

Die jüngsten Verkaufszahlen liefern kaum Entlastung. Im Mai verkaufte BYD zwar gut 383.000 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. Das entspricht aber nur einer Stagnation auf Vorjahresniveau. Auf das bisherige Jahr gerechnet steht sogar ein Absatzminus von rund 20 Prozent in den Büchern.

Peking und das Ausland helfen kaum

Selbst neue Förderprogramme der chinesischen Regierung verpuffen an der Börse. Peking will den Verkauf von Elektroautos in ländlichen Regionen mit Subventionen ankurbeln. Das Ziel: Die schwächelnde Inlandsnachfrage stützen. Die Aktie reagiert darauf bisher gar nicht.

Parallel dazu treibt BYD die internationale Expansion voran. Auf dem britischen Goodwood Festival präsentiert der Konzern demnächst acht neue Modelle. Darunter fallen globale Premieren der Marken Denza und Yangwang. Zwar stiegen die Exporte im Mai auf über 160.000 Fahrzeuge. Das reicht aber nicht aus, um die Schwäche im Heimatmarkt auszugleichen.

Der Markt wartet nun auf harte Fakten. Die kommenden Auslieferungszahlen für Juni und das gesamte zweite Quartal müssen eine Trendwende belegen. Verkauft BYD nicht bald deutlich mehr Autos, droht ein Fall unter die Marke von acht Euro. Bis dahin dominiert die Skepsis.