BYD präsentiert in Europa einen massiven technologischen Sprung. Die Börse reagiert darauf mit einem Ausverkauf. Der Aktienkurs rutschte am Donnerstag auf ein neues 52-Wochen-Tief. Der Grund für die Talfahrt kommt aus Washington.
Schwarze Liste aus Washington
Das US-Pentagon hat den chinesischen Autobauer auf seine 1260H-Liste gesetzt. Diese führt Unternehmen mit angeblichen Verbindungen zum chinesischen Militär. Ab Ende Juni 2026 sind direkte Verträge zwischen dem US-Verteidigungsministerium und BYD verboten. Ein Jahr später folgen Verbote für Drittanbieter.
BYD weist die Vorwürfe offiziell zurück und prüft rechtliche Schritte. An der Börse wächst indes die Nervosität. Die Aktie fiel zeitweise auf 9,25 Euro und notiert aktuell bei 9,34 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit auf knapp 15 Prozent.
Lade-Offensive in Europa
Parallel dazu treibt der Konzern seine europäische Expansion voran. In Großbritannien demonstrierte BYD seine neue „Flash“-Ladetechnologie. Das System liefert bis zu 1.500 Kilowatt Leistung. Damit füllt sich die Batterie in unter zehn Minuten fast vollständig.
Bis Ende 2026 will das Unternehmen 300 dieser Schnelllader im Vereinigten Königreich installieren. Europaweit sind 3.000 Stationen geplant. Lokale Batteriespeicher sollen die Stromnetze bei hoher Auslastung stabilisieren.
Strategiewechsel bei der Produktion
Auch bei der Fertigung passt das Management den Kurs an. Das erste europäische Montagewerk im ungarischen Szeged startet im vierten Quartal 2026. Das geplante Milliardenprojekt in der Türkei liegt dagegen auf Eis.
Die Vorgaben für europäische Wertschöpfung zwingen BYD zur Eile. Das Ziel: Autos mit dem Label „Made in EU“ produzieren. Vizepräsidentin Stella Li sucht nun nach einer bestehenden Fabrik in Südeuropa. Spanien steht dabei auf der engeren Auswahlliste.
Operativ bleibt das Tempo hoch. Bis Mai verkaufte BYD über 100.000 Fahrzeuge in Europa. Technisch nähert sich die Aktie mit einem RSI von 31 einer überverkauften Zone. Hält die Unterstützung beim aktuellen Jahrestief nicht, drohen weitere Abverkäufe.
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