BYD kämpft in China mit Rabattschlachten und schwacher Nachfrage – und findet trotzdem zurück in die Gewinnzone. Der Elektroautobauer verdiente im zweiten Quartal erstmals seit fünf Quartalen wieder mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Treiber kommt nicht aus der Heimat, sondern aus Europa und Lateinamerika.
Export gleicht schwachen Heimatmarkt aus
Der Nettogewinn stieg im zweiten Quartal um 30 Prozent auf 8,25 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 1,05 Milliarden Euro. Der Umsatz sank dagegen um 3,2 Prozent auf 194,59 Milliarden Yuan. Beide Werte blieben unter dem Marktkonsens, der einen Gewinn von 8,99 Milliarden Yuan und einen Umsatz von 216,55 Milliarden Yuan erwartet hatte.
Der Rückenwind kommt von außerhalb Chinas. Höhere Exporte und eine stärkere Nachfrage nach teureren Modellen trieben die Marge im ersten Halbjahr auf 18,85 Prozent, nach 18,01 Prozent im Vorjahr. Im Heimatmarkt bleibt der Preiskampf dagegen hart – mit spürbaren Folgen für die Gesamtjahreszahlen.
Halbjahresbilanz bleibt schwach
Auf Sicht der ersten sechs Monate zeigt sich ein anderes Bild als im Einzelquartal. Der Umsatz fiel um 7,1 Prozent auf 344,82 Milliarden Yuan, der Nettogewinn sank um 21 Prozent auf 12,33 Milliarden Yuan. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,35 Yuan, nach 1,71 Yuan im Vorjahreszeitraum.
Besonders kritisch bleibt der Absatz. BYD verkaufte in den ersten sechs Monaten 1,81 Millionen Fahrzeuge – deutlich unterhalb des Kurses, der für das Jahresziel von fünf bis 5,5 Millionen Einheiten nötig wäre. Auch die Juli-Auslieferungen reichten nicht aus, um den Konzern wieder auf Zielkurs zu bringen.
Analysten erwarten dennoch eine beschleunigte Erholung in der zweiten Jahreshälfte, mit möglichen Rekordwerten bei Gewinn und Umsatz im vierten Quartal. Voraussetzung dafür ist, dass BYD seine Produktionsprobleme löst und die Exporte weiter wachsen.
Genau hier lauert allerdings neues Ungemach: Die EU erwägt zusätzliche Zölle auf chinesische Hybridfahrzeuge, nachdem für vollelektrische Modelle bereits Handelsbarrieren gelten. Der Produktionsstart des neuen Werks in Ungarn wurde zudem auf das vierte Quartal verschoben.
Für BYD bedeutet das: Das internationale Geschäft muss stark genug wachsen, um den schwachen Heimatmarkt und das ambitionierte Absatzziel gleichzeitig aufzufangen.
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