Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD treibt seine vertikale Integration weiter voran und baut gleichzeitig die Modellpalette aus. Am heutigen Mittwoch nahm der Konzern die Vollproduktion in seinem neuen Batteriewerk im Bezirk Xixian in der Provinz Shaanxi auf. Zeitgleich feierte das Unternehmen einen Meilenstein in der Fertigung seiner traditionsreichen Dynasty-Baureihe.

Neues Batteriewerk für 700.000 Fahrzeuge

In das Werk in Xixian investierte BYD sieben Milliarden Yuan. Die Fabrik erreicht eine jährliche Produktionskapazität von 16 Gigawattstunden, was rechnerisch für rund 700.000 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ausreicht. Der erwartete jährliche Produktionswert liegt bei acht Milliarden Yuan.

Die Fertigung dient vorerst der Deckung des internen Bedarfs und umfasst neben Zellen und Batteriepacks auch Technologien für Schnellladungen. BYD testet dort bereits die zweite Generation seiner Blade-Batterie, die bei Normaltemperatur in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent laden können soll.

Zudem vereinbarte die Batteriesparte von BYD heute neue Kooperationen mit den Städten Yingkou und Liaoyang, unter anderem für CO2-freie Hafenprojekte und Komponenten für elektrische Lastkraftwagen.

Zehn Millionen Dynasty-Modelle

Parallel zum Ausbau der Komponentenfertigung meldet der Autobauer Zuwächse in der Fahrzeugproduktion. Gestern lief das zehnmillionste Fahrzeug der Dynasty-Modellfamilie vom Band, knapp 13 Jahre nach dem Debüt des ersten Modells Qin im Jahr 2013. Als Jubiläumsfahrzeug fungierte der Da Han, dessen offizielle Markteinführung für den 13. Oktober geplant ist.

Für die neue Reihe Formula S, deren Auslieferungen am vergangenen Montag starteten, peilt BYD monatliche Verkäufe von 10.000 bis 15.000 Einheiten im chinesischen Markt an. Um die Ladeinfrastruktur für diese Fahrzeuge zu stützen, plant der Konzern bis zum Jahresende die Errichtung von 20.000 Schnellladestationen in China sowie 6.000 Stationen im Ausland.

Hohe Investitionen stützen Marktstellung

Die technologische Tiefe bleibt das zentrale Unterscheidungsmerkmal chinesischer Hersteller gegenüber der internationalen Konkurrenz. Nach Berechnungen von Dale Hall, Analyst beim International Council on Clean Transportation, investierten BYD sowie die heimischen Rivalen SAIC und Geely im Jahr 2025 je 1.700 bis 2.750 Dollar pro verkauftem Pkw in Forschung, Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen.

An der Börse notiert die Aktie von BYD heute bei 8,53 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,7 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier jedoch einen Verlust von 20 Prozent, belastet von der schwachen Binnennachfrage und dem intensiven Preiskampf auf dem Heimatmarkt. Dennoch gelang es dem Unternehmen, das 2025 Tesla als weltgrößten Elektroautobauer ablöste, seine Auslandsverkäufe im August um mehr als 130 Prozent zu steigern.