BYD hat am heutigen Donnerstag zwei neue Modelle in China präsentiert und gleichzeitig die Vorbestellphase für ein drittes eröffnet. Der Konzern bringt die Flaggschiff-Limousine „Qin Max“ sowie eine günstigere Einstiegsvariante des SUV „Tai 3“ der Untermarke Fang Cheng Bao auf den Markt.

Beide Fahrzeuge verfügen über die „Flash Charging“-Technologie, mit der eine nahezu vollständige Ladung in neun Minuten möglich sein soll. Parallel öffnete BYD die Vorbestellungen für den „Sealion 08“, das neue Flaggschiff der Ocean-Reihe, dessen Plug-in-Hybrid-Version ab 230.000 Yuan startet.

Die Produktoffensive reiht sich in eine Serie von Neuvorstellungen ein, die BYD in den vergangenen Tagen gezeigt hat. Erst am Dienstag brachte der Konzern die Limousine „Seal 06“ des Modelljahrs 2027 zum Einstiegspreis von 99.900 Yuan auf den Markt, ausgestattet mit einer zweiten Generation der Blade-Batterie.

In Japan meldete BYD zudem, binnen zwei Wochen nach Markteinführung 1.002 Bestellungen für seinen elektrischen Kei-Kleinwagen erhalten zu haben. International expandiert der Konzern ebenfalls weiter: In den Philippinen startete der Crossover „Atto 2“ in reiner Elektro- und Plug-in-Hybrid-Version, in Brasilien debütierte das erste dort gefertigte Flex-Fuel-Plug-in-Hybridfahrzeug, das mit drei verschiedenen Kraftstoffarten fahren kann.

Forschung und Wachstumsmärkte im Fokus

Über das reine Produktgeschäft hinaus treibt BYD auch die technologische Entwicklung voran. Das neue Technologieforschungsinstitut des Konzerns veröffentlichte am Mittwoch seine erste KI-Forschungsarbeit. Sie stellt mit „HyWorldVLA“ ein hybrides Weltmodell für autonomes Fahren vor, das im NAVSIM-Benchmark neue Bestwerte erzielt haben soll.

In Nigeria genehmigte die Regierung am Mittwoch Steuerbefreiungen für rund 4.000 Elektrofahrzeuge, um die Elektromobilität voranzutreiben – eine Entscheidung, die BYD beim weiteren Ausbau seiner Präsenz im nigerianischen Markt begünstigen dürfte.

In Australien lockt der Konzern zudem mit einer Werbeaktion, die bis Ende September freie Zulassungskosten und Rückvergütungen von bis zu 3.000 australischen Dollar bietet.

Anteilseigner und Termine

Auch auf der Investorenseite gibt es Bewegung: BlackRock hat eine Beteiligung von 2,99 Prozent an der chinesischen Notierung von BYD offengelegt. Der Vermögensverwalter zählt damit zu den größeren institutionellen Anteilseignern des Konzerns.

Auf der Terminseite kündigte die Tochtergesellschaft BYD Electronic (International) eine Vorstandssitzung für den 28. August an, bei der die Halbjahresergebnisse zum 30. Juni gebilligt werden sollen. Am selben Tag will auch der BYD-Konzern selbst seine ungeprüften Zwischenergebnisse für das erste Halbjahr durch den Vorstand freigeben lassen.

Der Analyst Xiaoyi Lei von Jefferies bekräftigte am heutigen Donnerstag seine „Hold“-Einstufung für BYD und verwies auf ein herausforderndes Umfeld im heimischen Markt trotz starker Exportzahlen. Diese verhaltene Einschätzung steht im Kontrast zu der breiten internationalen Modelloffensive, mit der BYD versucht, wachsende Absatzmärkte außerhalb Chinas zu erschließen.

Die Aktie notiert aktuell bei 9,78 Euro und damit 2,7 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt, bleibt aber mit einem Abstand von 26 Prozent deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro vom 26. August 2025.