Die Nachfrage nach BYD-Autos in Brasilien übersteigt schon heute, was das junge Werk liefern kann. Der Konzern beantragt deshalb Genehmigungen, die Jahreskapazität in Camaçari auf 600.000 Fahrzeuge zu verdoppeln. Die Aktie legte am Freitag um 6,23 Prozent auf 71,60 Hongkong-Dollar zu.
Mehr Nachfrage als Produktion
Das Werk im Bundesstaat Bahia entstand im Oktober 2025 auf einem ehemaligen Ford-Gelände und beschäftigt rund 9.000 Menschen. Laut BYD-Brasilien-Chef Alexandre Baldy liegt die Nachfrage bei etwa 30.000 Autos im Monat. Dem Konzern entgehen dadurch 5.000 bis 6.000 zusätzliche fakturierte Verkäufe. Bis Ende 2026 sollen monatlich 25.000 Fahrzeuge vom Band laufen.
Die Investitionen haben die geplanten 5,5 Milliarden Reais bereits überschritten. Einen Zeitplan für die Verdopplung nannte Baldy nicht. Im September ließ BYD in Brasilien 22.209 Fahrzeuge zu, das entspricht einem Marktanteil von 8,5 Prozent. Bis 2030 will der Hersteller dort die absatzstärkste Marke werden.
Lokale Teile als Schlüssel zum Export
Entscheidend ist der Lokalanteil. BYD will mehr als 50 Prozent der Komponenten vor Ort beziehen und diese Schwelle zu Beginn 2027 überschreiten. Erst dann gilt der Hersteller als lokaler Produzent und darf regionale Exporte starten. Aus Mexiko und Argentinien liegen seit März Aufträge über je 50.000 Einheiten vor, die ab 2027 bedient werden sollen.
Auslandswerke gewinnen damit an Gewicht. In China sank der Pkw-Absatz im September laut Branchenverband um 28 Prozent. BYD steigerte seinen Absatz dank des Exportgeschäfts dennoch um rund 17 Prozent. Hinzu kommt die EU, die ab Dezember 2026 Hybridimporte aus China auf 350.000 Fahrzeuge pro Jahr deckelt.
Analysten uneins
Das Analystenbild ist nicht einheitlich. Citigroup bestätigte ihr Kaufvotum mit einem Kursziel von 142 Hongkong-Dollar. Bernstein sieht die Aktie bei 130 Hongkong-Dollar.
JPMorgan stufte BYD Ende September auf „Neutral“ ab und senkte das Ziel von 124 auf 88 Hongkong-Dollar. Der Ausbau in Brasilien stützt die Argumente der Optimisten. Die Schwäche in China und Europa löst er allerdings nicht.
Konkrete Termine stehen an: Die Zahlen zum dritten Quartal werden voraussichtlich am 29. Oktober erwartet. Citigroup rechnet mit einem Nettogewinn von 12,95 Milliarden Yuan, bereinigt um Währungseffekte und den Beitrag der Tochter BYD Electronic. Zudem öffnen am 26. Oktober die Vorbestellungen für die vollelektrische Version des Denza N8, der Marktstart ist für November angekündigt.
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