BYD zeigt in Chengdu, wie breit die eigene Modellpalette inzwischen aufgestellt ist. Auf der Auto Show 2026 präsentiert der chinesische Autobauer gleich mehrere neue Fahrzeuge – von der neuen Elektro-Limousine bis zur ersten Limousine der Performance-Marke Fang Cheng Bao. Die Aktie notiert am Freitag bei 10,05 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent zum Vortag und 3,0 Prozent über dem Niveau der vergangenen Woche.
Da Han startet mit Rekordreichweite
BYD hat den Vorverkauf der Da Han gestartet. Die neue Flaggschiff-Limousine der Dynasty-Reihe positioniert sich über dem bisherigen Topmodell Han und ergänzt den bereits verfügbaren SUV Da Tang. Die vollelektrische Version schafft nach chinesischem CLTC-Standard bis zu 1.008 Kilometer Reichweite.
Zum Marktstart bietet BYD drei Varianten an. Die Heckantriebs-Version mit LiDAR-Ausstattung kostet umgerechnet rund 36.850 Dollar, die stärkere Allrad-Variante mit 880 Kilometern Reichweite liegt bei knapp 300.000 Yuan. Alle Ausführungen kommen serienmäßig mit Luftfederung, Hinterradlenkung und dem LiDAR-gestützten Fahrassistenzsystem God’s Eye B.
Fang Cheng Bao wagt sich an Limousinen
Die Performance-Marke Fang Cheng Bao verlässt mit der Formula-S-Reihe ihre bisherige Nische. Bislang konzentrierte sich die Marke auf Geländewagen. Die neuen Modelle Formula S und Formula S GT feierten am 21. August ihre Weltpremiere in Chengdu, der Vorverkauf lief bereits am 20. August an.
Die Preise liegen zwischen 230.000 und 280.000 Yuan. Käufer können zwischen einem Einzelmotor mit bis zu 300 Kilowatt und einer Doppelmotor-Konfiguration wählen, die eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Kilometern pro Stunde erreicht. Der Marktstart mit ersten Auslieferungen ist für Anfang September geplant.
Das Timing passt zum Momentum der Marke. Fang Cheng Bao lieferte im Juli 41.213 Fahrzeuge aus, ein Plus von 190,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den ersten sieben Monaten summierten sich die Verkäufe auf über 200.000 Einheiten. Nach eigenen Angaben knackte die Marke Anfang August die Marke von 500.000 verkauften Fahrzeugen seit dem Start vor knapp drei Jahren.
Der Druck vor den Halbjahreszahlen
Der Vorstoß mit neuen Modellen kommt nicht zufällig. BYD hinkt dem eigenen Jahresziel hinterher. Nach 1,81 Millionen verkauften Fahrzeugen im ersten Halbjahr muss der Konzern für den Rest des Jahres monatlich rund 530.000 Einheiten absetzen, um zumindest die untere Marke des Fünf-Millionen-Ziels zu erreichen.
Der Juli lieferte immerhin ein positives Signal. BYD verkaufte im Großhandel 419.211 Elektro- und Hybridfahrzeuge, ein Zuwachs von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Es war bereits der dritte Monat in Folge mit Wachstum – und eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Juni-Plus von nur 5,46 Prozent.
Der Vorstand hat für den 28. August eine Sitzung angesetzt, auf der die Halbjahreszahlen zum 30. Juni 2026 geprüft und freigegeben werden sollen. Die Modell-Offensive aus Chengdu dürfte damit auch als Signal an Investoren gedacht sein: Trotz eines schwierigen Marktumfelds bleibt die Produktpipeline gut gefüllt.
Die Aktie handelt aktuell 5,2 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 9,55 Euro, bleibt aber rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro aus dem August 2025. Ob die neuen Modelle reichen, um das Verkaufstempo für den Rest des Jahres spürbar anzuziehen, dürfte sich in den kommenden Monatszahlen zeigen – die Bilanz am 28. August liefert dazu einen ersten Anhaltspunkt.
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