BYDs Geschäft verlagert sich im Oktober 2026 deutlich zu reinen Elektroautos. Deren Pkw-Absatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 37,38 %, während Plug-in-Hybride 17,23 % verloren. Für Anleger ist diese Verschiebung wichtiger als der bloße Zuwachs beim Gesamtabsatz: Das Wachstum verteilt sich nicht gleichmäßig über die Antriebsarten.

Reine Elektroautos gleichen Hybridrückgang aus

BYD verkaufte im Oktober 305.743 batterieelektrische Pkw und 177.382 Plug-in-Hybride. Damit entwickelten sich die beiden Fahrzeugkategorien klar auseinander. Die Stärke der reinen Elektroautos stand einer rückläufigen Nachfrage nach den Hybridmodellen gegenüber.

Das Muster beschränkt sich nicht auf einen einzelnen Monat. Auch über den bisherigen Jahresverlauf legten reine Elektroautos zu, während Plug-in-Hybride nachgaben. Der Oktober verstärkte somit eine bereits erkennbare Verschiebung im Absatzmix.

Von Januar bis Oktober 2026 wuchs der Absatz batterieelektrischer Pkw um 5,86 %. Bei Plug-in-Hybriden betrug das Minus dagegen 11,02 %. Die unterschiedliche Entwicklung der Antriebsarten gehört damit zu den zentralen Punkten bei der Bewertung des Fahrzeuggeschäfts.

Wachstum bleibt regional ungleich verteilt

Neben dem Antriebsmix zeigt auch die geografische Verteilung ein deutliches Gefälle. Die Expansion außerhalb Chinas glich die Schwäche auf dem Heimatmarkt aus. Ein breit abgestützter Aufschwung lässt sich daraus nicht ableiten.

Im Oktober gingen die Inlandsverkäufe um 10,57 % zurück. Die Exporte stiegen dagegen laut Reuters unter Berufung auf BYD um 102,8 %. Ihr Anteil am weltweiten Absatz erreichte rund 34,7 %.

Das Auslandsgeschäft gewinnt dadurch an Gewicht. Allerdings ist auch hier zwischen dem kräftigen Vorjahresvergleich und der jüngsten monatlichen Entwicklung zu unterscheiden: Die Ausfuhren lagen im Oktober unter dem Septemberniveau. Die hohe Jahreswachstumsrate bedeutet also keine durchgehend steigende Exportdynamik.

Zugleich blieb der weltweite Gesamtabsatz von Januar bis Oktober 2026 mit 3.621.744 Fahrzeugen um 2,16 % unter dem Vorjahreszeitraum. Der stärkere Absatz reiner Elektroautos hat den Rückstand im gesamten Fahrzeuggeschäft bislang nicht beseitigt.

Neue Kapazitäten und veränderte Exportbedingungen

Für die weitere Entwicklung sind deshalb neben der Modellnachfrage auch die internationalen Produktionspläne relevant. BYD hat den Probebetrieb seines ungarischen Werks begonnen. Die Massenproduktion ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

Parallel verändern sich die Rahmenbedingungen für Ausfuhren aus China. Das Land plant, die Mehrwertsteuer-Exporterstattung für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ab dem 1. April 2027 von 13 % auf 9 % zu senken.

Für Anleger ergibt sich damit ein differenziertes Bild: Reine Elektroautos stärken BYDs Absatzentwicklung, während Hybridmodelle und das Inlandsgeschäft bremsen. Entscheidend ist, ob die wachsende Elektroautosparte und die internationale Expansion diese Schwächen dauerhaft ausgleichen können.