BYD hat in dieser Woche gleich mehrere Meilensteine gemeldet: ein neues Flaggschiff-SUV mit 150.000 Vorbestellungen, die 100.000. Auslieferung in Großbritannien und ein angehobenes Kursziel von UBS. Der Kurs reagiert trotzdem kaum — er notiert mit 8,91 Euro nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 8,88 Euro.
Datang: Premiumangriff mit Tempo
Am 17. Juni startete BYD in China den Verkauf des Datang, einem sieben Meter langen Premium-SUV für das gehobene Segment. Der Einstiegspreis liegt bei 239.900 Yuan, umgerechnet rund 30.000 Euro. Seit Vorbestellungsbeginn im April haben sich mehr als 150.000 Käufer eingetragen.
Das Fahrzeug setzt auf BYDs zweite Generation der Blade-Batterie mit bis zu 130,1 kWh Kapazität. Die 1000-Volt-Architektur ermöglicht Laden von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten. Konzernchef Wang Chuanfu bestätigte, dass die Produktion der neuen Batteriegeneration hochgefahren wird, um die Nachfrage zu bedienen.
Europa: Hybrid und Marktanteile
Parallel dazu bringt BYD den Dolphin G DM-i nach Europa — das erste Plug-in-Hybrid-Modell des Unternehmens im B-Segment. In Spanien startet der Preis bei 25.200 Euro, mit staatlicher Förderung sinkt er auf 18.700 Euro. Die Reichweite gibt BYD mit bis zu 1.040 Kilometer nach WLTP an.
In Großbritannien lieferte BYD am 17. Juni sein 100.000stes Elektro- oder Hybridfahrzeug aus. Der Marktanteil im britischen NEV-Segment liegt bei 7,2 Prozent. Bis Jahresende plant das Unternehmen 300 Ladestationen in Großbritannien.
UBS hebt Kursziel an — Markt bleibt skeptisch
UBS erhöhte das Kursziel für BYDs H-Aktien von 128 auf 135 Hongkong-Dollar. Als Begründung nennt die Bank das starke Absatzwachstum im Mai sowie bislang nicht eingepreiste Assets: die Massenproduktion eines 4-Nanometer-Chips für autonomes Fahren und die Robotiksparte.
Kein Wunder, dass Anleger nervös bleiben. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 19 Prozent im Minus und notiert fast 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro. Der RSI von 25,9 zeigt technisch überverkauftes Terrain — der Kurs liegt zudem deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,94 Euro.
Strategisch denkt BYD weiter: Das Unternehmen prüft einen Einstieg in die Formel 1, etwa als Sponsor bei Williams oder mit einer Beteiligung an Alpine. Das erste Produktionswerk in Brasilien soll Ende 2026 fertig sein und jährlich 300.000 Fahrzeuge bauen. Auf dem Busan Mobility Show in Südkorea will BYD noch im Juni seine DM-i-Hybridtechnologie präsentieren.
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