Reine Elektroautos treiben BYDs Absatzwachstum im Oktober, während das Geschäft mit Plug-in-Hybriden schrumpft. Die heute gemeldeten Verkaufszahlen zeigen damit eine deutliche Verschiebung innerhalb des Fahrzeuggeschäfts. Trotz des höchsten Monatsabsatzes im laufenden Jahr liegt der Gesamtabsatz seit Jahresbeginn weiterhin unter dem Vorjahresniveau.

Elektroautos setzen die Wachstumsimpulse

BYD verkaufte im Oktober insgesamt 490.168 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Das entspricht einem Zuwachs von 10,97 % gegenüber dem Vorjahresmonat und von 5,74 % gegenüber September. Damit setzte sich das Wachstum gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat zum sechsten Mal in Folge fort.

Der Gesamtzuwachs verdeckt allerdings eine gegenläufige Entwicklung der Antriebsarten. Während reine Elektroautos einen weiteren Monatsrekord erreichten, fanden Plug-in-Hybride weniger Käufer als ein Jahr zuvor. Für die Einordnung der Absatzstärke ist diese Unterscheidung entscheidend.

Bei rein elektrischen Pkw erreichte BYD 305.743 Verkäufe und damit ein Plus von 37,38 % zum Vorjahr. Es war der dritte Monatsrekord in Folge. Der Absatz von Plug-in-Hybrid-Pkw sank dagegen um 17,23 %.

Das Wachstum verteilt sich somit nicht gleichmäßig auf das Angebot. Die Stärke der reinen Elektroautos gleicht die Schwäche der Hybride auf Konzernebene mehr als aus. Eine breite Erholung beider Antriebsarten lässt sich aus den Oktoberzahlen dagegen nicht ableiten.

Heimatmarkt bleibt unter Druck

Auch geografisch fällt die Bilanz unterschiedlich aus. In China verkaufte BYD im Oktober 319.974 Fahrzeuge und damit 10,57 % weniger als im Vorjahresmonat. Reuters nennt die schwache Nachfrage und den starken Preiswettbewerb im Heimatmarkt als Belastungen.

Damit bleibt das Auslandsgeschäft ein wesentliches Gegengewicht zur rückläufigen Nachfrage in China. Der steigende Gesamtabsatz bedeutet also nicht, dass BYD die Schwierigkeiten im Heimatmarkt bereits überwunden hätte.

Die Exporte erreichten im Oktober 170.194 Fahrzeuge und lagen 102,84 % über dem Vorjahresmonat. Reuters verweist zugleich auf mögliche neue Beschränkungen für BYD-Hybridimporte in die EU im Rahmen eines China-EU-Abkommens.

Solche Beschränkungen sind damit ein Risiko, keine bereits feststehende Belastung. Für Anleger bleibt dennoch relevant, ob das Auslandsgeschäft den Rückgang im Heimatmarkt weiterhin ausgleichen kann.

Jahresbilanz noch nicht aufgeholt

Von Januar bis Oktober setzte BYD insgesamt 3.621.744 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ab. Das waren 2,16 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Der starke Oktober hat den bisherigen Rückstand somit noch nicht beseitigt. Die zentrale Aussage für Anleger lautet: BYD wächst wieder auf Monatssicht gegenüber dem Vorjahr, aber mit klaren Ungleichgewichten. Reine Elektroautos und Exporte tragen die Entwicklung. Plug-in-Hybride und der chinesische Heimatmarkt bremsen sie weiterhin.