Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei BYD klaffen Realität und Börsenstimmung extrem auseinander. Der chinesische Autobauer meldet für Mai historische Exportrekorde. An der Börse herrscht stattdessen tiefe Tristesse.
Die Aktie schloss am Freitag bei 9,84 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten beläuft sich das Minus auf brutale 78 Prozent. Das Jahrestief rückt damit bedrohlich nahe.
Exportboom trifft auf Margendruck
Operativ liefert der Konzern ab. Im Mai verkaufte BYD über 383.000 Fahrzeuge. Davon gingen mehr als 160.000 Autos ins Ausland. Das ist ein neuer Rekordwert.
Parallel dazu wächst das internationale Gewicht. Exporte machen mittlerweile über 40 Prozent der monatlichen Verkäufe aus. Das Inlandsgeschäft bremst diese Euphorie allerdings aus. Der Jahresgewinn fiel um fast 20 Prozent auf 32,6 Milliarden Renminbi.
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Besonders das Schlussquartal enttäuschte mit einem Gewinneinbruch von 38 Prozent. BYD investiert massiv in neue Modelle und die Auslandsexpansion. Die Folge: schrumpfende Margen. Aktuell liegt die Profitabilität bei mageren 3,5 Prozent.
Feststoffbatterien als Ausweg
Um dem Preisdruck zu entkommen, ändert das Management die Strategie. Der Fokus rückt auf teurere Premium-Marken wie Denza und Yangwang. Hier winken deutlich höhere Renditen als im Einstiegssegment.
Technologisch setzt BYD auf Feststoffbatterien. Die Produktion soll 2027 in kleinen Stückzahlen starten. Ab 2030 plant der Konzern die Massenfertigung. Die neuen Zellen versprechen Reichweiten von über 1.000 Kilometern.
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Eine Ladung auf 80 Prozent dauert künftig nur noch zehn Minuten. Zuerst erhalten die teuren Luxusmodelle diese neue Technik. Später folgen die Massenfahrzeuge. Die Konkurrenz schläft indes nicht. Auch SAIC und Changan peilen das Jahr 2027 für den Marktstart an.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz der Kursschwäche halten Experten an der Aktie fest. CITIC Securities bestätigt eine Kaufempfehlung. Die Analysten rufen ein Kursziel von 130 Hongkong-Dollar aus. Sie verweisen auf die endende Talfahrt bei den globalen Großhandelsvolumina.
Der breite Marktkonsens stieg zuletzt sogar auf 177 Hongkong-Dollar. Die Experten erwarten steigende Gewinne durch das internationale Wachstum. Kurzfristig rückt nun ein konkreter Termin in den Fokus.
Am 11. Juni wird die Aktie ex-Dividende gehandelt. Solche Stichtage sorgen oft für kurzfristige Kursbewegungen. Mittelfristig entscheidet die Entwicklung der Gewinnmargen über eine Trendwende. Hält der Preisdruck in China an, nützen auch neue Exportrekorde wenig.
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