BYD hat im Juli mit 419.211 verkauften Neuenergiefahrzeugen den dritten Monat in Folge ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Der chinesische Autobauer legte damit um 21,76 Prozent zu, wie Bloomberg und CnEVPost berichten. Für das Gesamtjahresziel von 5 bis 5,5 Millionen Fahrzeugen reicht das Tempo bislang allerdings nicht: Um die untere Zielmarke noch zu erreichen, müsste BYD in den verbleibenden Monaten des Jahres 2026 im Schnitt rund 530.000 Einheiten monatlich absetzen.
Auslandsgeschäft trägt das Wachstum
Der eigentliche Treiber der Juli-Zahlen liegt außerhalb Chinas. Die Exporte kletterten auf einen Rekordwert von 179.841 Fahrzeugen, ein Plus von 124,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit entfielen bereits rund 43 Prozent der monatlichen Auslieferungen auf das Auslandsgeschäft. Im Heimatmarkt dagegen sanken die Verkäufe auf etwa 239.370 Einheiten, ein Rückgang von 9 Prozent – allerdings der schwächste Rückgang seit Monaten.
Auch in der kumulierten Betrachtung zeigt sich dieses Muster. Die Neuenergiefahrzeug-Verkäufe seit Jahresbeginn bis Ende Juli erreichten 2.227.722 Einheiten, ein Minus von 10,54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Rückgang hat sich damit gegenüber dem ersten Halbjahr 2026, als noch ein Minus von 15,72 Prozent zu Buche stand, deutlich abgeschwächt. Auslandsverkäufe machten mit 969.208 Fahrzeugen bereits 43,5 Prozent der kumulierten Verkäufe aus. Weltweit hat BYD nach eigenen Angaben inzwischen die Marke von 17,3 Millionen verkauften Neuenergiefahrzeugen überschritten.
Der Preiskampf im chinesischen Heimatmarkt bleibt damit die zentrale Belastung für BYD, während das internationale Geschäft zunehmend zum Wachstumsmotor wird. Diese Verschiebung dürfte auch die Diskussion um die Profitabilität des Konzerns prägen, nachdem das erste Quartal 2026 bereits einen Gewinneinbruch gebracht hatte: Der Nettogewinn fiel um 55 Prozent auf 4,08 Milliarden Yuan, belastet durch den Preiskrieg bei Elektroautos und Produktionsengpässe im Zuge der Umstellung auf die zweite Generation der Blade Battery.
Neue Modelle sollen Momentum sichern
Parallel zum Zahlenwerk treibt BYD sein Modellportfolio voran. Die Premiummarke Denza hat den Vorverkauf der vollelektrischen Limousine Z9S gestartet, mit drei Ausstattungsvarianten zwischen 319.800 und 389.800 Yuan. Das Modell soll nach Unternehmensangaben eine Reichweite von 1.100 Kilometern nach CLTC-Norm erreichen und ist mit der zweiten Generation der Blade Battery mit 102,3 kWh Kapazität sowie einer Schnellladefunktion ausgestattet, die den Ladestand in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent bringen soll.
In Japan brachte BYD zudem den vollelektrischen Kei-Car Racco auf den Markt, dessen Basisversion nach Steuern und Subventionen unter 2 Millionen Yen liegt. Das Fahrzeug entstand in rund zwei Jahren Entwicklungszeit mit einem Eigenfertigungsanteil von etwa 70 Prozent. Für Ende August ist zudem der öffentliche Auftritt der Dynasty-Flaggschiff-Limousine Da Han auf der Chengdu Auto Show angesetzt, die mit bis zu 1.008 Kilometern CLTC-Reichweite werben soll. Über die Autosparte hinaus hat BYD den Start eines humanoiden Roboters für August angekündigt, entwickelt von einem seit Ende 2024 bestehenden Team innerhalb der 15. Geschäftsdivision.
Blick auf Quartalszahlen und Kursverlauf
Am 29. August will BYD seinen Bericht zum zweiten Quartal 2026 vorlegen. Nach dem schwachen Auftaktquartal richtet sich das Anlegerinteresse vor allem darauf, ob sich die Margenerholung im Heimatmarkt fortsetzt und wie stark das Exportgeschäft die Profitabilität stützt.
Am Kapitalmarkt notiert die BYD-Aktie aktuell bei 10,05 Euro und damit rund 24,10 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro, das Ende August vergangenen Jahres markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 6,16 Prozent zu Buche. Die Kursschwäche spiegelt die Unsicherheit über das Tempo der Margenerholung wider, während die operativen Wachstumsimpulse zunehmend aus dem Ausland kommen.
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