Der chinesische Automobilkonzern BYD treibt seine Produktoffensive im Heimatmarkt voran. Medienberichten zufolge steht am 13. Oktober die offizielle Markteinführung des neuen Flaggschiff-Elektroautos Da Han in China an. Für die heckgetriebene Einstiegsvariante des Modells wird eine Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern nach dem chinesischen Testzyklus CLTC genannt.
Mit dem neuen Spitzenmodell zielt das Unternehmen gezielt auf das margenstärkere Segment. Der Schritt erfolgt in einer Phase intensiven Wettbewerbs, in der die Hersteller um Marktanteile ringen. BYD setzt darauf, mit hohen Reichweiten und gehobener Ausstattung neue Kaufanreize im oberen Preissegment zu setzen.
Premieren auf dem Pariser Autosalon
Parallel zum Heimatmarkt bereitet der Konzern seine nächsten Schritte in Europa vor. Für die am 12. Oktober 2026 anstehende Pressekonferenz auf dem Pariser Autosalon kündigte BYD die Präsentation seiner zweiten Generation der Blade Battery an. Neben der bestehenden Fahrzeugpalette soll auf der Messe zudem ein bislang noch unbenanntes Modell erstmals gezeigt werden.
Auch die konzerneigene Premiummarke Denza reist mit mehreren Fahrzeugen nach Paris. Gezeigt werden dort unter anderem die Modelle Z9GT, D9 und BAO 5 sowie drei Versionen des Denza Z. Mit dem Messeauftritt unterstreicht das Unternehmen seine Absicht, auch außerhalb des Heimatmarktes mit höher positionierten Fahrzeugen wahrgenommen zu werden.
Verhaltener Aktienkurs und Branchenhürden
Am Aktienmarkt reagieren die Anleger bislang zurückhaltend auf die anstehenden Modellpremieren. Im heutigen Handel verliert das Papier 0,5 Prozent auf 8,46 Euro. Die Zurückhaltung spiegelt die allgemeinen Herausforderungen wider, vor denen die gesamte Branche in den vergangenen Monaten stand.
Vor gut einer Woche hatte JPMorgan die Einstufung für den Titel von Overweight auf Neutral gesenkt und das Kursziel von 124 auf 88 Hongkong-Dollar reduziert. Die Analysten begründeten diesen Schritt mit einer schwächeren Autonachfrage in China, steigendem Kostendruck bei den Vorprodukten sowie politischen Unsicherheiten und Handelsbarrieren auf internationalen Märkten.
Laut Reuters trug das Auslandsgeschäft zuletzt dazu bei, die verhaltene Nachfrage auf dem chinesischen Markt teilweise auszugleichen. Dennoch beliefen sich die ungeprüften Gesamtauslieferungen in den ersten neun Monaten auf rund 3,13 Millionen Fahrzeuge, was einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, wie schnell die angekündigten Flaggschiffmodelle neue Nachfrage generieren können.
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