BYD treibt die europäische Expansion voran und fasst zusätzliche Produktionsstandorte auf dem Kontinent ins Auge. Wie Executive Vice President Stella Li gegenüber dem Sender BFM am Montag erklärte, prüft der chinesische Konzern Frankreich als möglichen Standort für eine weitere Fabrik. Insgesamt strebe BYD den Bau von zwei weiteren Werken in Europa an.
Die Pläne verdeutlichen das Bestreben des Autobauers, Fertigungskapazitäten näher an die europäischen Absatzmärkte zu verlegen. Damit reagiert das Management auf handelspolitische Rahmenbedingungen und sucht zugleich die direkte Nähe zu den Verbrauchern vor Ort.
Modelloffensive und Zulassungserfolge
Flankiert wird die Expansionsstrategie durch neue Modelle. Auf dem Pariser Autosalon stellte das Unternehmen am Montag den siebensitzigen ATTO 8 vor. Das Fahrzeug nutzt eine zweite Generation der hauseigenen Blade Battery mit einer Kapazität von 115 Kilowattstunden und bietet laut Unternehmensangaben eine kombinierte Reichweite von bis zu 653 Kilometern nach dem Prüfstandard WLTP.
Absatzseitig setzte der Hersteller seinen Wachstumskurs im September fort. Weltweit lieferte BYD im vergangenen Monat 463.561 New-Energy-Fahrzeuge aus, was einem Anstieg von knapp 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Über die ersten neun Monate des Jahres bewegte sich das Gesamtauslieferungsvolumen mit gut 3,13 Millionen Fahrzeugen leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Auch auf den europäischen Märkten gewann die Marke an Zuspruch. Im Vereinigten Königreich verzeichnete BYD im September einen Rekord von 20.140 Neuzulassungen und sicherte sich damit den zweiten Platz im Monatsranking. In Deutschland entfielen im selben Monat 65 Prozent der Neuzulassungen auf private Halter.
Für die Hersteller aus Fernost bleibt die Marktdynamik jedoch herausfordernd. Zwar bezeichnete BYD die Verständigung zwischen Peking und Brüssel als Basis für ein verlässliches Handelsumfeld, doch im Heimatmarkt kühlt sich die Nachfrage ab. Nach Erhebungen des Branchenverbands China Passenger Car Association verringerte sich der Anteil von New-Energy-Fahrzeugen an den Pkw-Käufen in China in der ersten Oktoberhälfte gegenüber dem Vormonat.
Zurückhaltung am Aktienmarkt
Die Papiere spiegeln diese gemischte Gemengelage wider. Am Freitag schloss die Aktie im Handel bei 8,34 Euro, womit sie seit Jahresanfang ein Minus von 22 Prozent verzeichnet.
Trotz der Kursverluste äußerten sich Marktbeobachter zuversichtlich. Analyst Neil Beveridge von Bernstein bestätigte am 9. Oktober seine Kaufempfehlung, reduzierte das Kursziel für die Notierung in Hongkong jedoch auf 130 HK$. Citic Securities bekräftigte am Vortag ebenfalls die Einstufung mit „Buy“ bei einem Ziel von 130 HK$.
Neue Einblicke in die operative Entwicklung erwarten Marktteilnehmer am 29. Oktober 2026, wenn das Board of Directors über die Ergebnisse des dritten Quartals berät.
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