Starke Auslandszahlen, schwache Gewinne, neue Fragen in Europa: BYD geht mit mehreren Baustellen in die neue Handelswoche. Die H-Aktie klebt weiter an der Marke von 100 Hongkong-Dollar. Genau dort trifft Hoffnung auf Erholung auf Zweifel an den Margen.
Aktie bleibt in enger Spanne
Am 8. Mai schloss die Aktie in Shenzhen bei 100,02 Yuan. In Hongkong ging das H-Papier bei 99,75 Hongkong-Dollar aus dem Handel. Die Bewegung blieb damit minimal.
Technisch bleibt die Zone eng. Der klassische Pivot bei 105,12 Hongkong-Dollar gilt als nächster Widerstand. Unterstützung liegt bei 96,83 Hongkong-Dollar, falls der gleitende Durchschnitt um 99,64 Hongkong-Dollar fällt.
Der Kurs spiegelt damit die Lage im Geschäft. BYD wächst international, leidet im Heimatmarkt aber unter hartem Preiswettbewerb. Xiaomi und Geely setzen zusätzlich Druck auf die Verkaufspreise.
Gewinne unter Druck
Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um 11,82 Prozent auf 150,23 Milliarden Yuan. Der Rückgang traf den Markt nicht völlig unerwartet, bleibt aber deutlich.
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Der den Aktionären zurechenbare Gewinn fiel um 55,38 Prozent auf 4,08 Milliarden Yuan. Der operative Cashflow schrumpfte um mehr als zwei Drittel. Die Folge: Die Debatte dreht sich weniger um Absatz, sondern um Profit je Fahrzeug.
Die Preissenkungen erreichten im März den höchsten Stand seit zwei Jahren. Für BYD ist das heikel, weil der Konzern Volumen verteidigt und gleichzeitig seine Marge schützen muss. Genau dieser Spagat prägt die Bewertung.
Die Analysten liegen weit auseinander:
- Goldman Sachs sieht das Kursziel bei 134 Hongkong-Dollar und bleibt positiv.
- Citigroup nennt 142 Hongkong-Dollar als Ziel und verweist auf starke NEV-Trends.
- BNP Paribas bleibt skeptisch und setzt das Ziel bei 87 Hongkong-Dollar.
Goldman wertet das erste Quartal als möglichen Tiefpunkt bei Absatz und Gewinn. Citi setzt auf höhere Auslandsvolumen und stabilere Preise im Heimatmarkt. BNP sieht dagegen weiter Druck auf die Gewinnschätzungen.
Europa wird zum Prüfstein
Operativ liefert das Ausland den stärksten Gegenpol. Im April verkaufte BYD 321.123 New-Energy-Fahrzeuge. Gegenüber März war das ein Plus, im Jahresvergleich blieb der Absatz schwächer.
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Die Auslieferungen ins Ausland erreichten rund 135.000 Fahrzeuge. Das war etwa 70 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Kein Wunder, dass Europa für BYD immer wichtiger wird.
JPMorgan erwartet für chinesische Hersteller in Westeuropa bis 2028 einen Marktanteil von 20 Prozent. BYD spielt in dieser Annahme eine zentrale Rolle. Der Konzern will dort nicht nur exportieren, sondern auch lokal produzieren.
Genau hier wird Ungarn zum Risiko. Beim Bau des Werks in Szeged stehen Arbeitsbedingungen in der Kritik. Beschäftigte sollen sieben Tage pro Woche gearbeitet haben. Schichten sollen länger als zwölf Stunden gedauert haben.
China Labor Watch sprach mit 50 Arbeitern. Das Werk soll bei voller Auslastung 300.000 Autos pro Jahr bauen. Der Zeitplan bis zu diesem Niveau bleibt offen.
Brisant ist auch die Verbindung zu Jinjiang Construction. Ein Tochterunternehmen der Gruppe war bereits bei BYDs Werk in Brasilien in einen Arbeitsrechtsfall verwickelt. Brasilianische Behörden sprachen damals von „sklavereiähnlichen“ Bedingungen.
Am Montag rücken damit zwei Marken in den Blick: 105,12 Hongkong-Dollar nach oben und 96,83 Hongkong-Dollar nach unten. Später im Mai folgen die Verkaufsdaten. Sie werden zeigen, ob der Exportboom die schwache Gewinnentwicklung stärker überlagern kann.
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