Die BYD-Aktie sprang gestern um 4,3 Prozent auf 9,12 Euro nach oben. Auslöser war die am Vortag bekanntgewordene Ankündigung des chinesischen Autobauers, in Europa vier neue Werke zu errichten – drei Fahrzeugmontagewerke sowie eine Batteriefabrik. Der Schritt soll BYD dabei helfen, lokale Fertigungsvorgaben zu erfüllen und mehr europäische Kunden zu gewinnen.

Rekordabsatz im August als zweiter Treiber

Die Werksankündigung fiel mit außergewöhnlich starken Absatzzahlen zusammen. BYD verkaufte im August 440.293 Neue-Energie-Fahrzeuge, das höchste Monatsergebnis des laufenden Jahres und ein Plus von 17,84 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Besonders die Auslandsgeschäfte legten kräftig zu: Die Exportverkäufe erreichten mit 189.466 Einheiten einen Rekordwert, ein Anstieg von 134,45 Prozent im Jahresvergleich und von 4,95 Prozent gegenüber Juli. Gleichzeitig gingen die Verkäufe im Heimatmarkt um 14,3 Prozent zurück, wie Medienberichten zufolge zu lesen war.

Erstmals überhaupt überschritt BYD im August bei den reinen Batterie-Elektrofahrzeugen die Marke von einer Viertelmillion verkaufter Einheiten in einem einzigen Monat – 256.230 Fahrzeuge insgesamt.

Nach eigenen Angaben hatte der Übergang von der ersten zur zweiten Generation der sogenannten Blade Battery, die Schnellladefunktionen unterstützt, zunächst zu längeren Lieferzeiten bei mehreren Schlüsselmodellen geführt. Mit steigender Produktionskapazität stellte das Unternehmen daraufhin in Juli und August aufeinanderfolgende Jahreshöchstwerte auf.

Gewinn kehrt nach vier Verlustquartalen zurück

Untermauert wird die positive Kursreaktion durch die Ende August veröffentlichten Quartalszahlen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte BYD einen Nettogewinn von 8,2 Milliarden Yuan, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit beendete das Unternehmen eine Verlustserie, die sich über vier aufeinanderfolgende Quartale gezogen hatte.

Getragen wurde die Ergebniserholung vor allem vom Auslandsgeschäft. Im ersten Halbjahr kletterten die Exporte um 71 Prozent auf mehr als 790.000 Fahrzeuge und machten damit 44 Prozent der Gesamtverkäufe aus. Die europäischen Werkspläne fügen sich in dieses Bild: BYD verlagert das Wachstum zunehmend ins Ausland, während der heimische Markt schwächelt.

Ausblick: Sondervollversammlung im September

Für den 29. September hat BYD eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt. Auf der Agenda stehen Änderungen der Unternehmenssatzung, die Wiederwahl beziehungsweise Neuwahl von Direktoren sowie der Start eines Asset-Pool-Geschäfts mit damit verbundenen externen Garantien.

Trotz der jüngsten Kurserholung bleibt die Aktie von ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, erreicht am 2. Oktober vergangenen Jahres, deutlich entfernt – der Abstand beträgt 27 Prozent. Die Kombination aus Rekordabsätzen, zurückkehrender Profitabilität und der europäischen Expansionsstrategie liefert Anlegern nun neue Argumente, ob sich diese Lücke schließen könnte.