Weltweit feiert BYD einen Exportrekord nach dem anderen. Auf dem heimischen Markt sieht die Realität völlig anders aus. Diese gewaltige Lücke holt den weltgrößten Hersteller von Elektroautos nun ein.

Frische Branchendaten aus China zeichnen ein klares Bild. Die Nachfrage nach Elektroautos sinkt seit einem halben Jahr ununterbrochen. Im Juni fielen die Einzelhandelsumsätze der Branche um neun Prozent. Insgesamt verkauften die Hersteller nur knapp über eine Million Fahrzeuge.

Der gesamte Pkw-Markt in China schrumpft spürbar. Die Verkäufe brachen im Jahresvergleich um fast ein Viertel ein. Die Folge: Diese Schwäche belastet den BYD-Kurs. Die Papiere gaben am Donnerstag um 2,51 Prozent auf 9,30 Euro nach.

Exporte verdecken das Kernproblem

Einzig das Auslandsgeschäft stützt aktuell das Wachstum. Chinas Export von Elektroautos sprang im vergangenen Monat um 153 Prozent nach oben. BYD selbst lieferte im selben Zeitraum eine Rekordzahl von rund 175.000 Fahrzeugen ins Ausland.

Die starken Überseezahlen verdecken allerdings einen massiven Einbruch im Inland. Im ersten Halbjahr 2026 setzten die Chinesen weltweit 1,81 Millionen Fahrzeuge ab. Das entspricht einem globalen Rückgang von gut 15 Prozent. Auf dem Heimatmarkt kollabierten die BYD-Verkäufe sogar um rund 40 Prozent.

Chartbild bleibt angeschlagen

Der jüngste Kursrutsch drückt die BYD-Aktie unter wichtige technische Marken. Der Titel notiert mit 9,30 Euro wieder unter seiner 50-Tage-Linie. Auch der langfristige 200-Tage-Durchschnitt bei 10,71 Euro ist außer Reichweite. Parallel dazu gaben amerikanisch gelistete Konkurrenten wie Nio und XPeng ebenfalls nach.

Die Volatilität der Aktie bleibt hoch. Investoren warten nun auf den nächsten Auslieferungsbericht Anfang August. Dieser Termin wird zum Prüfstein. Die neuen Zahlen müssen belegen, ob die Exportstärke den schwachen Heimatmarkt dauerhaft ausgleichen kann.