Die Aktie von BYD gerät am heutigen Freitag unter Verkaufsdruck. Das Papier verliert 2,3 Prozent und notiert bei 8,40 Euro. Ursache für den Rücksetzer ist eine breite Verkaufswelle an der Börse in Hongkong, wo steigende Renditen von US-Staatsanleihen und anziehende Ölpreise die Risikobereitschaft belasten. Laut Reuters gab der dortige Hang-Seng-Index bis zum Mittag um 2,6 Prozent nach und zog den gesamten Sektor mit nach unten.

Analysten dämpfen die Erwartungen

Verstärkt wird die Zurückhaltung der Anleger durch vorsichtigere Töne aus der Finanzbranche. Am Dienstag stufte JPMorgan die Papiere von BYD von „Overweight“ auf „Neutral“ herab. Gleichzeitig senkten die Analysten ihr Kursziel von 124 HK$ deutlich auf 88 HK$.

Als Gründe nannte die Bank eine schwächelnde Binnennachfrage in China sowie steigende Beschaffungskosten. Hinzu kommen politische Unsicherheiten und Zölle, die den Expansionsdrang chinesischer Hersteller auf Auslandsmärkten bremsen könnten.

Exportdynamik trifft auf Preiskampf

Operativ steht der Konzern vor einem deutlichen Spagat zwischen wachsenden Auslandsmärkten und einer Abkühlung vor der eigenen Haustür. Die Zurückhaltung der chinesischen Verbraucher sowie der intensive Wettbewerb setzen den Herstellern auf dem Heimatmarkt kontinuierlich zu.

Im September meldete BYD bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ein weltweites Absatzplus von rund 17 Prozent auf 463.561 Einheiten. Getragen wurde dieses Wachstum vor allem von einer starken Nachfrage außerhalb der Volksrepublik. Das Auslandsgeschäft mit Pkw und Pickups legte im Vorjahresvergleich um mehr als das Anderthalbfache zu. Gleichzeitig gaben die Verkäufe auf dem chinesischen Heimatmarkt im September jedoch um knapp 13 Prozent nach.

Behördliche Vorgaben und Netzausbau

Neben dem Marktumfeld beschäftigten das Unternehmen im September auch behördliche Auflagen. Chinas Marktregulierungsbehörde ordnete den Rückruf von 183.211 Fahrzeugen der Baureihen Qin und Tang an. Betroffen sind Fahrzeuge älterer Jahrgänge, bei denen Probleme an der Anschlagkappe des Bremspedals auftreten können.

Gleichzeitig treibt BYD den Ausbau der Infrastruktur zügig voran. Im September nahm das Unternehmen seine 2.000ste Schnellladestation an chinesischen Autobahnen in Betrieb. Damit erreichte der Konzern diese Wegmarke deutlich vor dem ursprünglich geplanten Jahresende.