Morgan Stanley hat am Freitag bei BYD die Profitabilität des Auslandsgeschäfts und die Umsetzung des Geschäfts in Gewinne hervorgehoben. Das Analysehaus bestätigte für die H-Aktien die Einstufung „Übergewichten“ sowie das Kursziel von HK$114. Damit setzt es einen anderen Akzent als JPMorgan, das am Dienstag mehrere Belastungen für das Geschäft benannte und seine Kursziele senkte.

Für Anleger steht damit nicht allein das Wachstum im Mittelpunkt. Entscheidend ist auch, wie viel davon nach Kosten und Währungseffekten im Ergebnis ankommt. Die beiden Einschätzungen zeigen, wie unterschiedlich Analysten diese Perspektive bewerten.

Währungseffekte belasten das Ergebnis

Morgan Stanley verwies am Freitag auf Wechselkursverluste von mehr als RMB 2 Milliarden im dritten Quartal 2026. Trotz dieser Belastung hielt das Haus an seiner positiven Einstufung der H-Aktien fest.

Der Fokus auf die Auslandsprofitabilität lenkt den Blick auf die Qualität des Wachstums. Höhere Erlöse allein beantworten noch nicht die Frage nach dem Ergebnisbeitrag. Währungseffekte bilden dabei eine zusätzliche Belastung neben dem intensiven Wettbewerb im chinesischen Markt.

Der am Donnerstag veröffentlichte Quartalsbericht liefert dafür den Hintergrund: BYD steigerte den Nettogewinn im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 28,08 Prozent auf RMB 10,02 Milliarden.

Das Gewinnwachstum reichte allerdings nicht aus, um die Erwartungen zu erfüllen. Laut Reuters hatten die Schätzungen der Broker zwischen RMB 11,4 Milliarden und RMB 12,95 Milliarden gelegen. Reuters berichtete außerdem über Margendruck durch den intensiven heimischen Wettbewerb.

JPMorgan gewichtet die Risiken stärker

JPMorgan senkte am Dienstag die Einstufung der A-Aktien von „Neutral“ auf „Untergewichten“. Als Gründe nannte die Bank stagnierende Inlandsnachfrage, höhere Komponentenkosten und niedrigere Mehrwertsteuererstattungen für Exporte. Hinzu kamen mögliche EU-Importquoten für Plug-in-Hybride.

Das Kursziel für die A-Aktien reduzierte JPMorgan von RMB 88 auf RMB 65. Bei den H-Aktien blieb die Einstufung „Neutral“ bestehen.

Die Unterscheidung zwischen den Aktiengattungen ist wichtig: Die Herabstufung betraf ausdrücklich die A-Aktien. Vorsichtiger wurde die Bank allerdings auch bei der Bewertung der H-Aktien. Deren Kursziel sank von HK$88 auf HK$60.

Gewinnqualität als Bewertungsmaßstab

Die Analystenaktionen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Morgan Stanley hält trotz der Währungsbelastung an einer positiven Einschätzung fest. JPMorgan betont dagegen Nachfrage-, Kosten- und Handelsrisiken.

Für die Einordnung von BYD reicht deshalb der Blick auf steigende Quartalsgewinne nicht aus. Die zentrale Bewertungsfrage lautet, wie belastbar die Erträge angesichts des heimischen Wettbewerbs sind und welchen profitablen Beitrag das Auslandsgeschäft leisten kann. Genau dort verläuft die Trennlinie zwischen den beiden Analysteneinschätzungen.