BYD hat im zweiten Quartal erstmals seit über einem Jahr wieder steigende Gewinne verbucht. Der Nettogewinn kletterte auf 8,2 Milliarden Yuan, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und das Ende von vier aufeinanderfolgenden Rückgangsquartalen. Laut Reuters verfehlte das Ergebnis dennoch die Erwartungen der Analysten.

Für das gesamte erste Halbjahr fällt die Bilanz weniger erfreulich aus. Der Nettogewinn sank um 20,5 Prozent auf 12,3 Milliarden Yuan, der Umsatz gab um 7,1 Prozent auf 344,8 Milliarden Yuan nach. Das geht aus der Börsenmitteilung des Unternehmens hervor. Die Erholung im zweiten Quartal konnte den schwachen Jahresauftakt damit nur teilweise ausgleichen.

Auslandsgeschäft als Stütze

Getragen wurde die Trendwende vor allem vom Auslandsgeschäft. Die Exporte legten im ersten Halbjahr um 71 Prozent auf mehr als 790.000 Fahrzeuge zu und machten damit 44 Prozent der Gesamtverkäufe aus. Reuters berichtete zudem, BYD habe Analysten gegenüber ein Exportziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen für das Jahr 2026 genannt.

Auch bei den monatlichen Verkaufszahlen zeigt sich die Erholung: Im Juli stiegen die Verkäufe um 21,76 Prozent auf 419.211 Einheiten, der dritte Monat mit Jahreswachstum in Folge. Die Auslandsverkäufe von Pkw und Pickups erreichten dabei mit 179.841 Einheiten einen Rekordwert, ein Plus von 124,3 Prozent im Jahresvergleich.

Im zweiten Quartal insgesamt sanken die Verkäufe zwar noch um 3,24 Prozent auf 1.108.048 Einheiten, doch das war ein deutlich kleinerer Rückgang als die 30,01 Prozent im ersten Quartal.

Die Bruttomarge verbesserte sich im ersten Halbjahr auf 22 Prozent, ein Anstieg um 1,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die Auslandsgeschäfte lieferten dabei laut Bloomberg und den Angaben des Unternehmens die entscheidende Margenstütze, während der Heimatmarkt weiter unter Preisdruck leidet.

Kurs bleibt unter Druck

An der Börse spiegelt sich die gemischte Bilanz bislang nicht in einer Erholung wider. Die Aktie schloss am Montag bei 9,56 Euro, nach einem Tagesverlust von 3,6 Prozent. Damit notiert das Papier rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro vom 2. Oktober und liegt auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,43 Euro. Der jüngste Rückgang von 6,8 Prozent auf Wochensicht zeigt, dass Anleger trotz der Quartalswende zum Gewinnwachstum skeptisch bleiben.

Ein Nebenschauplatz sorgte zusätzlich für Verwirrung: BYD Electronic, die Elektronik-Tochter des Konzerns, meldete für das erste Halbjahr einen Umsatzanstieg von 2,02 Prozent auf 82,2 Milliarden Yuan, während der Nettogewinn um 75,35 Prozent auf 426 Millionen Yuan einbrach. Diese Zahlen betreffen jedoch die separat notierte Tochtergesellschaft und nicht den Automobilkonzern BYD selbst.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob sich die im zweiten Quartal sichtbare Erholung fortsetzt. Das starke Auslandsgeschäft mit Rekordexporten im Juli liefert dafür erste Anhaltspunkte, während der Heimatmarkt mit anhaltendem Preiskrieg belastet bleibt.