BYD startet zwei Angriffe gleichzeitig. Der chinesische Autobauer bringt einen elektrischen Kei-Car für Japan auf den Markt. Parallel dazu positioniert er eine neue Luxuslimousine gegen die Mercedes S-Klasse.
Der „Racco“ fordert Suzuki und Honda heraus
BYD hat am Montag den „Racco“ vorgestellt, ein Elektro-Kleinstwagen speziell für Japan. Diese sogenannten Kei-Cars machen dort mehr als 30 Prozent aller Neuwagenverkäufe aus. Sie sind günstig, kompakt und tief in der japanischen Fahrzeugkultur verwurzelt.
Bislang beherrscht Nissan mit seinem Modell Sakura das elektrische Segment fast allein. BYD will das ändern und peilt einen Jahresabsatz von 10.000 Racco-Einheiten an. Damit fordert der Konzern direkt Suzuki und Honda heraus, die traditionellen Platzhirsche im Kei-Car-Geschäft.
BYD-Manager sprechen davon, den Racco zum „neuen Standard“ für elektrische Kleinstwagen machen zu wollen. Die eigene, vertikal integrierte Lieferkette soll dabei den entscheidenden Preisvorteil bringen.
„Great Han“ zielt auf die Luxusklasse
Während der Racco unten ansetzt, drängt BYD mit dem „Great Han“ nach oben. Die neue Limousine gehört zur Dynasty-Reihe und tritt gegen europäische Premiummarken wie Mercedes-Benz an.
Technisch bringt der Great Han einiges mit: eine 102,3-kWh-Batterie und einen 370-kW-Elektromotor an der Hinterachse in der Basisversion. Der Vorstoß in die Oberklasse markiert einen Strategiewechsel. BYD will nicht mehr nur über Masse und Preis wachsen, sondern auch margenstarke Geschäftskunden erreichen.
Aktie erholt sich, Ziel bleibt ambitioniert
An der Börse zeigt sich BYD derzeit von seiner stärkeren Seite. Die Aktie notiert bei 10,48 Euro und liegt damit fast zehn Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,54 Euro. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich das Plus auf knapp zehn Prozent.
Seit Jahresbeginn steht allerdings noch ein Minus von gut zwei Prozent zu Buche. Die jüngste Erholung folgt auf ein Jahrestief von 8,03 Euro Ende Juni. Der Relative-Stärke-Index von 64,5 signalisiert steigende Kaufbereitschaft, nähert sich aber bereits der Überkauft-Zone.
Zusätzlichen Rückenwind liefert die Heimatpolitik. Seit dem 1. August gewährt die Stadt Xi’an Käufern von Neuenergiefahrzeugen Subventionen von bis zu 10.000 Yuan, für 2026er-Modelle kommen weitere 2.000 bis 3.000 Yuan hinzu.
Trotzdem bleibt die eigentliche Herausforderung bestehen: BYD hat sich ein Jahresziel von 5 bis 5,5 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen gesetzt. Ob Nischenprodukte wie der Racco und Prestigemodelle wie der Great Han den härter werdenden Wettbewerb im klassischen SUV- und Limousinen-Geschäft ausgleichen können, wird sich in den kommenden Absatzzahlen zeigen.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 3. August liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

