Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD verstärkt seine internationale Produktoffensive in Schlüsselmärkten. Während das Unternehmen heute neue Varianten vorstellte und wichtige Produktionsfortschritte im Ausland meldete, bleibt die Stimmung an den Finanzmärkten verhalten. Im heutigen Handel gibt die Aktie um 3,2 Prozent auf 8,46 Euro nach.

Modelloffensive in Japan und neue Fahrzeuggenerationen

In Japan brachte BYD heute den überarbeiteten ATTO 3 EX auf den Markt. Das Kompakt-SUV wird nun neben dem Heckantrieb erstmals auch mit Allradantrieb angeboten.

Die Reichweite nach WLTC-Standard steigt bei der Version mit Heckantrieb auf bis zu 620 Kilometer, während die maximale Schnellladeleistung auf 100 Kilowatt angehoben wurde. Für BYD ist der japanische Markt ein strategischer Baustein, an dem der Konzern seit dem Jahr 2023 aktiv ist und inzwischen sechs Modellreihen vertreibt.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die Erneuerung seiner Kernpalette in China voran. Dort präsentierte BYD heute die zweite Generation des Modells Seal 07 mit vergrößerten Abmessungen und neuen Antriebsoptionen. Zugleich stellte der Konzern umfassende technische Neuerungen für die zweite Generation des kompakten Atto 1 vor, der künftig auf einen Heckantrieb und eine Fünfsitzer-Konfiguration setzt.

Fortschritte in den internationalen Werken

Die Präsenz auf Auslandsmärkten gewinnt für den Konzern zunehmend an Gewicht, um die Dynamik abseits des chinesischen Heimatmarktes zu stützen. Ein Beleg für diesen Kurs sind die operativen Meilensteine in den lokalen Fertigungsstandorten.

In Thailand meldete das Werk in Rayong heute die Fertigstellung des 100.000. lokal produzierten Fahrzeugs seit dem Betriebsstart im Juli 2024. Das Werk liefert neben dem lokalen Markt auch Fahrzeuge für den Export in weitere Länder der Region.

Gleichzeitig erzielte der brasilianische Industriekomplex von BYD in Camaçari einen behördlichen Erfolg: Der Standort erhielt heute die brasilianische OEA-Zertifizierung für Außenhandelssicherheit und Zollkonformität. Durch das Zertifikat soll sich die Freigabezeit für ein- und ausgehende Frachten auf maximal einen Tag verkürzen.

Strategischer Ausblick auf Feststoffbatterien

Über das laufende Modellprogramm hinaus bereitet der Konzern den nächsten technologischen Entwicklungsschritt vor. Exekutiv-Vizepräsidentin Li Ke erklärte in einem Medieninterview, BYD plane für das Jahr 2027 die Einführung eines ersten Fahrzeugmodells mit Feststoffbatterie. Konkrete Spezifikationen, Serienumfänge oder Markteinführungstermine für einzelne Märkte nannte das Management dabei noch nicht.

Trotz der operativen Meldungen und der vorangetriebenen Auslandsausrichtung spiegelt die Kursentwicklung die anhaltenden Herausforderungen in der Branche wider. Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 21 Prozent, da der intensive Wettbewerb und Preiskämpfe im globalen Elektrofahrzeugsektor die Margenerwartungen der Anleger belasten.