Der chinesische Elektroautobauer BYD forciert seinen weltweiten Vertrieb abseits des Heimatmarktes. Das Werk im thailändischen Rayong entwickelt sich dabei zu einem zentralen Exportknotenpunkt. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte der Konzern rund 40 Prozent der dortigen Produktion in über zehn Überseemärkte aus.

Für den Standort flossen Investitionen von rund 35 Milliarden Baht. Vor Ort rollen im Einschichtbetrieb monatlich bis zu 6.000 Fahrzeuge vom Band. Die Fabrik zählt bereits mehr als 5.500 Beschäftigte.

Die Produktionsbasis stützt sich auf ein lokales Netz aus über zweihundert Zulieferern. Künftig soll das Volumen deutlich wachsen. Durch einen geplanten Zweischichtbetrieb peilt BYD einen Ausbau auf mehr als 9.000 Arbeitsplätze an.

Globale Märkte im Visier

Über den thailändischen Knotenpunkt bedient der Hersteller Zielmärkte wie Australien, Indien sowie europäische Staaten. Die Auslandsproduktion dient auch dazu, bestehende Barrieren zu überwinden. In den USA greift für chinesische Elektrofahrzeuge beispielsweise ein Zoll von rund 100 Prozent.

Etablierte Rivalen reagieren nervös auf die wachsende Konkurrenz. José Muñoz, CEO von Hyundai, forderte jüngst das Festhalten an strengen US-Handelsschranken. In europäischen Ländern wie Italien, Spanien oder Frankreich sind chinesische Modelle im Schnitt 30 bis 40 Prozent günstiger als westliche Vergleichsfahrzeuge.

Die wachsende Präsenz zeigt sich in den Absatzzahlen. In der Europäischen Union erreichten chinesische Marken im ersten Halbjahr 2026 einen Marktanteil von über neun Prozent. In Großbritannien stieg der entsprechende Anteil bei den Neuzulassungen zuletzt auf 15 Prozent.

Scharfer Preiskampf auf dem Heimatmarkt

Gleichzeitig tobt auf dem Heimatmarkt in China ein harter Preiskampf. Händler boten die Hybrid-Limousine Han DM-i Champion zuletzt ab 105.800 Yuan an. Der offizielle Listenpreis des Modells hatte zuvor bei mindestens 165.800 Yuan gelegen.

Der anhaltende Margendruck und die geopolitischen Spannungen hinterlassen an den Märkten Spuren. Am Montag schloss die BYD-Aktie bei 9,09 Euro. Seit dem Jahreswechsel beläuft sich das Minus auf 15 Prozent.