Der chinesische Automobilkonzern BYD hat für seinen Pickup SHARK die Höchstbewertung von fünf Sternen im Euro-NCAP-Sicherheitsranking erhalten. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, basiert das europäische Sicherheitszeugnis auf einer Bewertung der australasiatischen Organisation ANCAP aus dem Jahr 2025, die durch zusätzliche Tests von Euro NCAP ergänzt wurde. Mit dem Ergebnis untermauert der Hersteller die Sicherheitsstandards seiner Nutzfahrzeug- und Modellpalette für internationale Märkte.

Hohe Absatzvorgaben für das Jahresendgeschäft

Die Auszeichnung im Sicherheitstest fällt in eine Phase anspruchsvoller operativer Zwischenziele. Im September 2026 setzte BYD nach eigenen Angaben 463.561 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ab, darunter 180.700 Einheiten im Export. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die gemeldeten monatlichen Produktions- und Absatzzahlen ungeprüft sind und noch Anpassungen unterliegen können.

Die Verkaufsentwicklung für die ersten neun Monate blieb dennoch hinter manchen Erwartungen zurück. Das Analysehaus UOB Kay Hian senkte am 9. Oktober seine Schätzungen für die Pkw-Verkäufe der Jahre 2026 bis 2028. Den Analysten zufolge erfordert das Erreichen des internen BYD-Jahresziels von fünf Millionen Fahrzeugen für 2026 im vierten Quartal durchschnittliche Monatsverkäufe von 622.800 Einheiten. Damit liegt die Zielmarke spürbar über dem zuletzt im September erreichten Niveau.

Regulatorischer Gegenwind bei Auslandslieferungen

Parallel zum Ausbau der Modellreihen sieht sich das Unternehmen mit veränderten Rahmenbedingungen im Außenhandel konfrontiert. Vor gut einer Woche kündigten das chinesische Finanzministerium und die staatliche Steuerverwaltung an, dass die Mehrwertsteuer-Rückerstattung für den Export von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben mit Wirkung zum 1. April 2027 von 13 auf 9 Prozent sinkt.

Diese Anpassung könnte die Kosten für chinesische Automobilhersteller bei Ausfuhren erhöhen. Zudem bestätigte die Europäische Union eine jährliche Obergrenze von 350.000 in China produzierten Hybridfahrzeugen, was die Liefermengen mehrerer Hersteller begrenzt.

Im deutschen Handel beendete die BYD-Aktie den Handel am Freitag bei 8,34 Euro. Das Papier notiert damit 3,9 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Anteilsschein einen Rückgang um 22 Prozent.

Für die künftige operative Entwicklung stehen richtungsweisende Termine im Kalender der Unternehmensführung. Eine anberaumte Sitzung des Board of Directors soll sich mit den Geschäftszahlen für das dritte Quartal befassen, bevor die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse ansteht.