Der chinesische Automobilkonzern BYD konkretisiert seine Pläne für den Ausbau der Fertigungskapazitäten in Europa. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf den Europa-Berater des Unternehmens meldete, gelten Spanien und Frankreich als die am besten umsetzbaren Optionen für die Errichtung einer zweiten europäischen Produktionsstätte. Das Unternehmen prüfe dabei gezielt auch die Übernahme und Modernisierung bereits bestehender Industrieanlagen.
Eine Entscheidung über den Zuschlag für den zweiten europäischen Standort stellt der Konzern bis zum Jahresende in Aussicht. Während die Fertigung am ersten europäischen Standort in Ungarn anläuft, sieht die langfristige Planung des Konzerns laut seinem Berater insgesamt drei Fahrzeugmontagewerke sowie eine Batteriefabrik auf dem Kontinent vor.
Vollständige Lokalisierung der europäischen Modellpalette
Hinter der Standortsuche steht eine weitreichende Lokalisierungsstrategie. Stella Li erklärte, dass BYD auf lange Sicht sämtliche Fahrzeuge, die in Europa verkauft werden, auch vor Ort herstellen möchte.
Dieser Ansatz umfasst nicht nur Personenkraftwagen: Für das Jahr 2027 bereitet der Konzern zudem die Einführung seines ersten schweren Lastwagens auf dem europäischen Markt vor, dessen Produktion letztlich ebenfalls direkt in der Region erfolgen soll.
An den Finanzmärkten spiegelt sich die internationale Neuausrichtung in verhaltenen Kursnotierungen wider. Am Freitag schloss die Aktie im Handel bei 9,00 Euro. Damit ergibt sich für das Papier seit Jahresanfang ein Minus von 16 Prozent.
Hohe Auslieferungsziele für das Auslandsgeschäft
Der verstärkte Aufbau eigener Fabriken flankiert die weltweiten Wachstumsambitionen. Laut Berichten der Deutschen Bank und eines weiteren Brokerhauses, die sich auf ein Management-Treffen vom 8. September stützen, peilt die Unternehmensführung für das Jahr 2026 Auslandslieferungen von 1,9 Millionen bis 2,0 Millionen Fahrzeugen an.
Im darauffolgenden Jahr 2027 könnten die Überseelieferungen nach Einschätzung des Managements sogar die Marke von 2,5 Millionen Fahrzeugen übertreffen.
Vor der Umsetzung der nächsten Expansionsschritte steht für die Anteilseigner zunächst ein formaler Unternehmenstermin an. Für den 29. September 2026 hat BYD eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Auf der Tagesordnung stehen neben Änderungen der Unternehmenssatzung und Beschlüssen über das sogenannte Asset-Pool-Geschäft sowie externe Garantien auch die Wahlen und Wiederwahlen von Vorstandsmitgliedern.
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