BYD verlagert den nächsten Wachstumsschritt näher an seine Kunden. Der chinesische Elektroautohersteller verhandelt über den Kauf wenig genutzter Autofabriken in Europa. Das Ziel ist klar: lokale Produktion statt teurer Importe.
Auf einer Konferenz in London sagte Executive Vice President Stella Li am Montag, BYD prüfe frühere Standorte klassischer Autobauer. Damit rückt ein Thema in den Vordergrund, das für die Marge wichtig wird: EU-Zölle auf chinesische Elektroautos.
Europa wird zur Produktionsfrage
Die Abgaben auf importierte Fahrzeuge aus China reichen derzeit bis zu 27 Prozent. Für BYD ist das ein Problem, weil der Konzern außerhalb Chinas stark wachsen will. Werke in Italien, Frankreich und Spanien könnten helfen, Kosten zu senken und politischem Druck auszuweichen.
Im Blick stehen auch frühere Stellantis-Standorte wie La Janais und Cassino. Berichte nennen außerdem das Volkswagen-Werk in Dresden als mögliches Ziel. Anders als manche Rivalen setzt BYD dabei nicht auf Gemeinschaftsfirmen, sondern bevorzugt direkte Kontrolle.
Stella Li zeigte auch Interesse an Maserati. Formale Schritte für einen Kauf der Luxusmarke gibt es aber nicht. Das ist wichtig, weil BYD bisher vor allem Produktionskapazität sucht, nicht zwingend bekannte europäische Marken.
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Der Vorstoß kommt nicht aus dem Nichts. In Ungarn erreichte BYD zwischen Januar und April 2026 rund 1.190 Neuzulassungen. Im Segment der batterieelektrischen Autos lag der Marktanteil bei 17,1 Prozent, vor Tesla.
Malaysia wird pragmatischer
Parallel dazu ändert BYD seine Pläne in Südostasien. Vice President Liu Xueliang besuchte am Montag das Inokom-Werk im malaysischen Kulim. Das deutet auf eine mögliche CKD-Partnerschaft mit Sime Motors hin.
Damit würde BYD von früheren Plänen für eine eigene Fabrik in Tanjung Malim abrücken. Diese Anlage sollte rund 600.000 Quadratfuß groß werden. Neue Regeln des malaysischen MITI aus dem späten Jahr 2025 machen eigene Werke jedoch anspruchsvoller.
Die Vorgaben betreffen unter anderem Exportquoten und Investitionen in Lackieranlagen. Inokom montiert bereits Fahrzeuge für Marken wie BMW, Mazda und Porsche. Für BYD wäre der Weg über Auftragsfertigung schneller und regulatorisch einfacher.
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Japan verlangt ein Spezialmodell
Auch Japan bekommt mehr Gewicht. BYD hat Hirohide Tagawa verpflichtet, einen früheren Nissan-Ingenieur mit drei Jahrzehnten Erfahrung bei Kleinwagen. Er soll die Entwicklung des vollelektrischen „Racco“ führen.
Das Modell zielt auf das japanische Kei-Car-Segment. Dort zählen enge Maße, niedrige Betriebskosten und genaue regulatorische Vorgaben. Der Marktstart ist für den Sommer 2026 geplant.
Die internationale Schubkraft wird für BYD wichtiger. In China stagnierten die NEV-Einzelhandelsverkäufe im April 2026 gegenüber dem Vormonat. Im Ausland lieferte der Konzern im selben Monat 135.000 Fahrzeuge aus, ein Plus von 70 Prozent.
An der Börse bleibt die Aktie nervös. Der Schlusskurs lag zuletzt bei 96,45 Hongkong-Dollar. Auf Monatssicht summierte sich das Minus auf 14,8 Prozent.
BYD setzt nun auf drei Hebel: europäische Werke gegen Zölle, Auftragsfertigung in Malaysia und ein maßgeschneidertes Kleinmodell für Japan. Bis zum Sommer 2026 wird sichtbar, ob diese Lokalisierung schnell genug greift, um das schwächere China-Momentum abzufedern.
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