Die BYD-Aktie hat eine turbulente Woche hinter sich. Nach der Aufnahme auf eine schwarze Liste des US-Verteidigungsministeriums fiel der Kurs auf ein neues 52-Wochen-Tief von 9,25 Euro. Aktuell notiert das Papier bei 9,49 Euro. Das Minus seit Jahresbeginn beträgt damit gut 13 Prozent. Das Management reagiert nun mit einem radikalen Umbau der Produktionspläne.
Europa-Strategie auf dem Prüfstand
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie betrifft Europa. BYD stoppt sein geplantes Milliardenprojekt im türkischen Manisa. Stattdessen priorisiert der Konzern sein erstes europäisches Werk im ungarischen Szeged. Der Produktionsstart verschiebt sich dort allerdings auf das vierte Quartal 2026.
Mit der lokalen Fertigung will der Autobauer bestehende EU-Zölle umgehen. Dafür greift eine strenge Vorgabe. Der Konzern muss 70 Prozent der Bauteile lokal beziehen, um bestimmte Förderungen zu erhalten. Batterien sind von dieser Regelung ausgenommen.
Zukäufe statt Neubauten
Ein kompletter Neubau dauert zu lange. Die Folge: BYD ändert seine Taktik und sucht gezielt nach bestehenden Autofabriken in Südeuropa. Vize-Präsidentin Stella Li nannte Spanien als möglichen Standort für ein zweites Werk.
Diese Zukäufe sollen helfen, die europäischen Handelsbarrieren schneller abzufedern. Das Geschäft vor Ort wächst rasant. In den ersten fünf Monaten des Jahres verkaufte BYD in Europa bereits mehr als 100.000 Fahrzeuge.
Pentagon-Sperre und globale Ziele
Der jüngste Kursrutsch geht maßgeblich auf eine Entscheidung in Washington zurück. Das US-Verteidigungsministerium stuft BYD als chinesisches Militärunternehmen ein. Ab Sommer 2026 darf das Pentagon keine direkten Verträge mehr mit dem Autobauer schließen. Die direkten finanziellen Folgen für das Kerngeschäft bleiben wohl überschaubar. Dennoch wächst die geopolitische Sorge bei institutionellen Investoren.
Konzernchef Wang Chuanfu blickt derweil weit nach vorn. Er will Toyota innerhalb von fünf Jahren als weltgrößten Autobauer ablösen. Der Schlüssel dazu ist die neue Generation der sogenannten Blade-Batterie. Deren Produktion bremst aktuell noch das Wachstum.
Sobald die neuen Batteriekapazitäten im Jahr 2027 vollständig zur Verfügung stehen, rechnet das Management mit einem massiven Wachstumsschub. Bis dahin fließt das Kapital in die Infrastruktur. BYD investiert einen Milliardenbetrag in den Aufbau eines europäischen Schnellladenetzes.
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