Der chinesische Konzern will bis 2030 der größte Autobauer der Welt werden. An der Börse spiegelt sich diese Ambition derzeit kaum wider. Die Aktie dümpelt nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Ein radikaler Infrastruktur-Plan und ein neues Flaggschiff-Modell sollen das Ruder nun herumreißen.
Neues Modell gegen die Absatzflaute
Am 17. Juni bringt BYD den neuen Tang EV offiziell auf den Markt. Das große SUV markiert einen wichtigen Meilenstein im Premiumsegment. Die Nachfrage ist offenbar enorm. Nach der Präsentation in Peking sammelte der Konzern bereits über 100.000 Vorbestellungen ein.
Gute Nachrichten braucht das Management dringend. Im Mai brachen die Verkäufe in China im Vergleich zum Vorjahr um 29,2 Prozent ein. Der neue Tang EV soll diesen Trend stoppen. Das Fahrzeug bietet je nach Ausstattung Reichweiten von bis zu 950 Kilometern.
Ladesäulen vor Autos
Parallel dazu ändert BYD seine Strategie für neue Märkte. Der Konzern setzt auf das Prinzip „Laden zuerst“. In Kanada baut das Unternehmen aktuell ein extrem schnelles Ladenetzwerk auf. Die geplanten Stationen sollen selbst bei minus 30 Grad in fünf Minuten Strom für 400 Kilometer liefern.
Der Autoverkauf in Kanada startet erst 2027. BYD will den Kunden die Angst vor mangelnder Reichweite vorab nehmen. Auch in Europa plant der Konzern massiv zu investieren. Rund 1,8 Milliarden Pfund fließen in ein ähnliches Schnellladenetzwerk.
Der Weg zur Weltspitze
Das Ziel: BYD will Toyota und Volkswagen überholen. Bis spätestens 2031 möchte Chairman Wang Chuanfu den Thron der Autobranche besteigen. Der Weg dorthin ist noch weit. Im Jahr 2025 verkaufte BYD 4,8 Millionen Fahrzeuge. Toyota kam auf 11,3 Millionen Autos.
Aktionäre reagieren auf die großen Pläne bisher verhalten. Die Aktie beendete den Freitagshandel bei 9,49 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 13,33 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Kurs notiert damit nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 9,25 Euro.
Hinzu kommen Neuigkeiten aus der zweiten Reihe. Die Tochtergesellschaft BYD Electronic zahlt für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 0,156 Renminbi je Aktie. Neue unabhängige Direktoren stärken künftig die Kontrolle im Verwaltungsrat.
Ein technischer Indikator liefert nun etwas Hoffnung für den Mutterkonzern. Der RSI-Wert von 33,7 signalisiert, dass die BYD-Aktie allmählich überverkauft ist. Ob die Bodenbildung gelingt, entscheidet sich in der kommenden Woche. Der Marktstart des Tang EV am Mittwoch liefert den nächsten harten Impuls.
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