Tesla hat BYD im ersten Quartal 2026 von der Spitze der globalen Elektroauto-Verkäufe verdrängt. Für BYD ist das ein Rückschlag — aber ein erklärlicher. Der eigentliche Grund liegt nicht in nachlassender Nachfrage, sondern in einer politischen Kehrtwende in China.
Heimmarkt unter Druck
BYD verkaufte im ersten Quartal 2026 rund 310.389 reine Elektrofahrzeuge — ein Rückgang von etwa 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Tesla lieferte im gleichen Zeitraum 358.023 Fahrzeuge aus, ein Plus von 6,5 Prozent.
Der Einbruch hat einen klaren Auslöser: Chinesische EV-Käufer zahlen seit 2026 wieder Kfz-Steuer — zunächst fünf Prozent, nachdem sie jahrelang vollständig befreit waren. Gleichzeitig hat Peking aggressive Preissenkungen der Hersteller regulatorisch eingeschränkt. BYDs Marktanteil im Heimmarkt fiel in den ersten beiden Monaten des Jahres auf 7,1 Prozent — nach 14,4 Prozent im Gesamtjahr 2024. Citigroup warnt, dass das China-Geschäft im ersten Quartal erstmals in die Verlustzone gerutscht sein könnte.
Im Gesamtjahr 2025 hatte BYD Tesla noch mit 2,25 Millionen zu 1,64 Millionen BEV-Auslieferungen klar distanziert — ein Vorsprung von mehr als 600.000 Einheiten.
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Exporte als neues Fundament
Was den Rückgang im Inland abfedert, ist das internationale Geschäft. Im März 2026 exportierte BYD 120.083 Fahrzeuge — ein Anstieg von 65 Prozent gegenüber März 2025. Im Februar überstieg die Zahl der ins Ausland gelieferten Fahrzeuge erstmals die der im Inland verkauften.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt BYD 1,5 Millionen Auslandsverkäufe an — das sind 15 Prozent mehr als die im Januar noch kommunizierten 1,3 Millionen Einheiten.
In Europa laufen die Geschäfte besonders gut. Im Februar 2026 registrierte BYD 17.954 Fahrzeuge in Europa, Tesla 17.664 — zwei Monate in Folge lag BYD damit vorne. Das Wachstum im Januar-Februar-Zeitraum betrug 162,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr; Tesla kam auf 0,9 Prozent.
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Kanada als nächster Schritt
In Nordamerika nimmt BYD nun Kanada ins Visier. Ein im Januar geschlossenes Handelsabkommen zwischen Kanada und China senkte den Importzoll auf chinesische Elektroautos von 100 auf 6,1 Prozent — allerdings mit einer Importobergrenze von 49.000 Fahrzeugen im ersten Jahr. BYD plant, innerhalb des ersten Jahres 20 Markenhändler in Kanada zu eröffnen, mit Standorten bereits in der Region Greater Toronto in Planung. Bundesweite EV-Kaufprämien bleiben für chinesische Fahrzeuge jedoch ausgeschlossen.
Parallel dazu baut BYD sein Schnellladenetz in China aus: Anfang April wurde die 5.000. Hochleistungs-Ladestation aktiviert, verteilt auf 297 Städte. Bis Ende 2026 sollen es 20.000 Stationen sein, entlang der Hauptverkehrsachsen im Abstand von rund 100 Kilometern.
Das erste Quartal zeigt damit ein gespaltenes Bild: Im Inland drücken politische Rahmenbedingungen auf die Zahlen, während das Exportgeschäft strukturell an Gewicht gewinnt. Ob BYD die Spitzenposition im globalen BEV-Ranking zurückerobert, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich der chinesische Markt an die neuen Steuerregeln anpasst.
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