BYD Aktie: Vollhaftung für God’s Eye

Chinas E-Auto-Pionier BYD sichert Schäden durch sein Assistenzsystem zu und investiert Milliarden in autonomes Fahren.

BYD Aktie
Kurz & knapp:
  • Volle Haftung für Unfälle durch God's Eye
  • Garantie gilt ein Jahr nach Auslieferung
  • 100 Milliarden Yuan für autonome Systeme
  • Neuer Chip Xuanji A3 mit 700 TOPS

BYD geht ein ungewöhnliches Versprechen ein. Ab sofort übernimmt der chinesische Elektroautobauer die volle finanzielle Haftung für Unfälle, die sein Fahrassistenzsystem „God’s Eye“ verursacht — ein Signal, das über Marketing weit hinausgeht.

Die Garantie gilt für das „God’s Eye Navigate-on-Autopilot“-System im chinesischen Markt. Sie läuft ein Jahr ab Fahrzeugauslieferung oder nach dem OTA-Update auf Version 5.0. Abgedeckt sind Fahrzeugreparaturen, Drittschäden und Personenschäden — vorausgesetzt, der Fahrer hat die Verkehrsregeln eingehalten.

Was genau abgesichert ist

Das Haftungsmodell gilt zunächst für die Varianten God’s Eye A und B. Die B-Version nutzt LiDAR-Technologie und kostet rund 12.000 Yuan als Aufpreis. BYD will damit gezielt das Vertrauen in Fahrerassistenz unterhalb der 150.000-RMB-Preisklasse stärken — also im Massenmarkt.

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Das System ist bereits in knapp drei Millionen Fahrzeugen aktiv. Laut BYD-Daten reduziert es schwere Unfälle auf ein Sechstel des Niveaus menschlicher Fahrer. Die Einparkhilfe soll Kollisionen bei niedrigen Geschwindigkeiten sogar auf ein Fünfzigstel senken.

Milliarden für autonomes Fahren

Hinter dem Haftungsversprechen steckt eine massive Investitionsstrategie. BYD hat angekündigt, mehr als 100 Milliarden Yuan in die Entwicklung autonomer Systeme zu stecken. Das entspricht rund 14,7 Milliarden US-Dollar.

Die technische Basis dafür ist beachtlich. Die Fahrzeugflotte liefert täglich rund 200 Millionen Kilometer Fahrdaten. Algorithmen werden alle drei Tage aktualisiert. Mehr als 5.000 Ingenieure arbeiten ausschließlich an intelligenten Fahrsystemen.

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Am 28. Mai 2026 stellte BYD außerdem den neuen 4-Nanometer-Chip „Xuanji A3″ vor. Ein einzelner Chip leistet 700 TOPS Rechenleistung. Drei davon im Verbund erreichen über 2.100 TOPS — genug für Level-3- und Level-4-Autonomiefunktionen.

Expansion nach Brasilien

BYD plant, „God’s Eye“ ab 2027 auch in Brasilien einzuführen. Dafür entsteht ein eigenes Forschungszentrum in Rio de Janeiro. Das Ziel ist, das System an lokale Fahrbedingungen anzupassen.

Morgan Stanley sieht BYD damit im Einklang mit einem breiteren Branchentrend: Der chinesische Automarkt verlagert seinen Wettbewerb von Preiskämpfen hin zu KI-Funktionen. Level-3-Autonomie wird zum Differenzierungsmerkmal. BYD setzt mit der Haftungsübernahme ein klares Zeichen — und erhöht den Druck auf Wettbewerber, ähnliche Garantien anzubieten.

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