BYD-Gründer Wang Chuanfu könnte Teil der chinesischen Wirtschaftsdelegation werden, die Staatschef Xi Jinping zu seinem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump am 24. September nach Washington begleitet. Das berichtete Bloomberg am Mittwoch. Anleger reagierten prompt: Die Aktie legte am Donnerstag um 4,4 Prozent zu und kletterte auf 9,13 Euro.
Laut Bloomberg prüfen ranghohe chinesische Funktionäre, darunter Xi Jinping’s Kabinettschef Cai Qi, derzeit eine Liste chinesischer Wirtschaftsgrößen für den bevorstehenden Staatsbesuch.
Sollte BYD tatsächlich Teil der Delegation werden, wäre dies ein bemerkenswertes Signal – schließlich kämpft der chinesische Elektroautobauer mit Zöllen von über 100 Prozent, die ihm den US-Markt bislang praktisch verschließen. Ein möglicher Gesprächsfaden zu Marktzugangsfragen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt würde damit direkt an BYD anknüpfen.
Kursverlauf spiegelt Nervosität der Anleger
Der Sprung nach oben ändert wenig an der grundsätzlich angeschlagenen Kursverfassung der Aktie. Binnen zwölf Monaten hat das Papier 26 Prozent verloren, seit Jahresanfang steht ein Minus von 15 Prozent zu Buche.
Zum 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, erreicht am 2. Oktober vergangenen Jahres, fehlen der Aktie weiterhin 27 Prozent. Der jüngste Kursanstieg zeigt aber, wie sensibel der Markt auf jede Nachricht reagiert, die auf eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hindeutet.
Dass die Aktie trotz der News noch unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 9,74 Euro notiert, macht deutlich: Der positive Impuls muss sich erst noch verfestigen. Ein RSI von 43,6 signalisiert zudem keine Überhitzung, sondern einen Markt, der nach der schwachen Vormonatsentwicklung von minus 6,8 Prozent gerade erst wieder Tritt fasst.
Operatives Geschäft läuft trotz Kursschwäche rund
Während die Aktie unter dem allgemeinen Preiskampf im chinesischen Heimatmarkt leidet, zeigen sich die operativen Zahlen robust. Im August verkaufte BYD nach eigenen Angaben weltweit 440.293 Neuenergiefahrzeuge, ein Plus von 17,84 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und 5,03 Prozent mehr als im Juli.
Besonders die Auslandsverkäufe legten kräftig zu: Sie stiegen um 134 Prozent, während batterieelektrische Fahrzeuge mit 256.230 verkauften Einheiten einen neuen Monatsrekord markierten – ein Zuwachs von 28,38 Prozent im Jahresvergleich.
Nach einem Bericht der Nikkei dürfte BYD sein Jahresziel für Auslandsverkäufe von knapp zwei Millionen Fahrzeugen übertreffen. Für 2027 hat sich das Unternehmen ein noch ambitionierteres Ziel gesetzt: 2,5 Millionen verkaufte Fahrzeuge außerhalb Chinas.
Für Anleger bleibt die entscheidende Frage, ob aus der möglichen Delegationsteilnahme tatsächlich ein handfester Fortschritt bei Marktzugangsfragen wird. Bis zum Gipfel am 24. September dürfte die Aktie daher besonders empfindlich auf jede weitere Nachricht zum diplomatischen Fahrplan reagieren.
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