BYD Aktie: Xuanji A3 startet in Serie

BYD meldet ersten Absatzanstieg seit Monaten, präsentiert eigenen Chip für autonomes Fahren und kämpft mit schwachem Heimatmarkt.

BYD Aktie
Kurz & knapp:
  • Erster Absatzanstieg seit neun Monaten
  • Exportrekord mit über 160.000 Fahrzeugen
  • Eigener KI-Chip Xuanji A3 vorgestellt
  • Schwaches Inlandsgeschäft belastet Gewinn

BYD startet in die neue Handelswoche mit zwei gegensätzlichen Signalen. Der chinesische Elektroautobauer meldet den ersten Jahresvergleichsanstieg beim Absatz seit neun Monaten — und präsentiert gleichzeitig einen eigenen KI-Chip, der die Technologiestrategie des Konzerns grundlegend verändert. Die Aktie notiert bei 9,84 Euro und liegt damit knapp über ihrem 52-Wochen-Tief.

Exportrekord mit Schönheitsfehlern

Im Mai verkaufte BYD weltweit 383.453 Elektrofahrzeuge. Das entspricht einem minimalen Plus von 0,26 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat — der erste Zuwachs nach acht Rückgängen in Folge.

Der Treiber war das Auslandsgeschäft. BYD lieferte erstmals mehr als 160.000 Fahrzeuge in einem einzigen Monat außerhalb Chinas aus. Das sind 80 Prozent mehr als im Mai 2025 und 19 Prozent mehr als beim bisherigen Rekord aus dem April. Internationale Märkte machten damit rund 42 Prozent des Gesamtabsatzes aus.

In den ersten fünf Monaten 2026 verkaufte BYD knapp 616.000 Fahrzeuge im Ausland — ein Plus von rund 65 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Jahresziel von 1,5 Millionen Einheiten liegt damit gut in Reichweite.

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Heimatmarkt bleibt das Problem

Das Inlandsgeschäft erzählt eine andere Geschichte. Im Mai brach der Absatz in China auf 222.809 Einheiten ein — ein Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über die ersten fünf Monate summiert sich das Minus auf gut 20 Prozent.

Die Profitabilität leidet spürbar. Im ersten Quartal sank der Betriebsgewinn auf 4,70 Milliarden Yuan — weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts. Der Nettogewinn halbierte sich ebenfalls, auf 4,08 Milliarden Yuan.

Hinzu kommt eine rechnerische Herausforderung: Das Jahresziel von 5,0 bis 5,5 Millionen Fahrzeugen erfordert in den verbleibenden sieben Monaten ein monatliches Tempo von 517.000 bis 589.000 Einheiten. Bislang lag der Monatsdurchschnitt bei rund 276.000 Fahrzeugen. Das ist eine enorme Lücke.

Eigener Chip als Strategiewechsel

Neben den Absatzzahlen präsentierte BYD den Xuanji A3 — Chinas ersten auf 4-Nanometer-Technologie basierenden Chip für autonomes Fahren. Er ist bereits in Serienproduktion und unterstützt autonomes Fahren der Stufen L3 und L4.

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Die technischen Eckdaten sind beachtlich. Eine Drei-Chip-Konfiguration liefert mehr als 2.100 TOPS Rechenleistung. Der Energieverbrauch je Recheneinheit liegt 20 Prozent unter vergleichbaren Produkten. Citi-Analysten beziffern die Gesamthardwarekosten der Xuanji-A3-Plattform auf etwa ein Drittel einer vergleichbaren Nvidia-Thor-Lösung.

BYD-Chef Wang Chuanfu formulierte den strategischen Anspruch klar: „Die erste Hälfte der Elektrifizierung dreht sich um Batterien, die zweite Hälfte der Intelligenz dreht sich um Chips.“ Der Konzern plant in den nächsten drei Jahren 100 Milliarden Yuan für Forschung und Entwicklung. Das LiDAR-System „God’s Eye“ wird zudem auf Volumenmodelle ausgeweitet — als optionales Upgrade für umgerechnet rund 12.000 Yuan.

Dividende und Analystenkonsens

Am 11. Juni fällt der Ex-Dividende-Tag für eine Bardividende von 0,36 Yuan je Aktie. Auszahlung erfolgt am 31. Juli. Wer die Dividende erhalten möchte, muss die Aktie vor dem 11. Juni halten.

Trotz des schwierigen Umfelds bleibt der Analystenkonsens klar positiv. Von 28 Analysten empfehlen 26 den Kauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 124,52 Hongkong-Dollar. Für die kommenden Jahre erwarten Analysten ein jährliches Gewinnwachstum von rund 15 Prozent.

Die Aktie notiert rund 11 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Ob der Mai-Absatzanstieg den Beginn einer echten Trendwende markiert oder ein Ausreißer bleibt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Inlandsgeschäft in den Sommermonaten entwickelt.

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