Der Kurs der BYD Electronic-Aktie fällt auf ein neues 52-Wochen-Tief von 2,35 Euro. Auslöser ist ein massiver Kapitalabfluss aus dem Elektroniksektor. Hinzu kommen Rekordsteigerungen bei Speicherchips, die die gesamte Branche belasten.

Megaprojekt im Gegenwind

Während der Aktienkurs fällt, treibt der Mutterkonzern BYD eine Mammutinvestition voran. Die hauseigene Entwicklung des 4-Nanometer-Chips „Xuanji A3“ ist jetzt in der Massenproduktion. Über 7.000 Spezialisten haben daran gearbeitet, die Investitionssumme übersteigt 100 Milliarden Yuan. Der Chip leistet 700 TOPS Rechenleistung – ein Wert, der im automobilen High-End-Segment mithalten kann.

Kein Wunder: BYD will sich eine dominante Position in der intelligenten Hardware sichern. Doch die Branche zeigt gerade eine andere Richtung.

Kapitalabfluss in Rekordhöhe

Am 26. Juni 2026 flossen netto rund 455,5 Milliarden Yuan aus dem Elektroniksektor ab. Anleger verlagern ihr Geld in Verteidigungswerte und die Energiebranche. Das belastet Kommunikations- und Halbleiteraktien gleichermaßen.

Die Unsicherheit kommt nicht von ungefähr. Am südkoreanischen Markt fiel der KOSPI-Index am Freitag um acht Prozent. Erst ein Circuit Breaker stoppte den freien Fall. Solche Ereignisse treffen asiatische Hersteller mit voller Wucht.

Speicherchips werden zur Kostenfalle

Die Rechnung für BYD Electronic: steigende Kosten bei sinkendem Volumen. DRAM-Chips verteuerten sich im ersten Quartal 2026 um 98 Prozent. Ein weiteres Plus von 60 Prozent zeichnet sich für das zweite Quartal ab. Führende Hersteller wie Apple haben bereits die Preise für Laptops und Tablets erhöht.

Die Folge: Der Markt schrumpft. Counterpoint Research erwartet für 2026 einen Rückgang der weltweiten Smartphone-Auslieferungen um 13,9 Prozent. Weniger Geräte bedeuten weniger Aufträge für Zulieferer wie BYD Electronic.

Technisches Bild zeigt klare Signale

Die Aktie notiert bei 2,36 Euro. Das sind 33,24 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,54 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier fast 39 Prozent. Der RSI fiel auf 26,2 Punkte – ein Wert, der aus klassischer Sicht überverkauft anzeigt.

Die nächsten Monate werden über die Trendwende entscheiden. Stabilisieren sich die Komponentenpreise, könnte der Druck auf BYD Electronic nachlassen. Solange die Kapitalabflüsse jedoch anhalten, bleibt der Gegenwind spürbar.