Ausgangslage
Die BYD-Aktie steht unter Druck. Mit einem RSI von 27 gilt das Papier als überverkauft, seit dem Zwischenhoch von Anfang Oktober hat es rund 30 Prozent verloren.
Auch die jüngste Bestätigung der Exportprognose und der Absatzrekord im August konnten die Verkaufswelle nicht stoppen. Der Blick der Anleger richtet sich nun auf einen anderen Termin: die außerordentliche Hauptversammlung am 29. September.
Dort sollen Aktionäre über Änderungen der Satzung, die Neubesetzung von Direktorenposten und den Aufbau eines Asset-Pool-Geschäfts mit externen Garantien abstimmen. Das H-Aktienregister schließt zwischen dem 24. und 29. September, Stichtag für die Anmeldung ist der 23. September, 16:30 Uhr.
Diese Versammlung erhält zusätzliches Gewicht durch die Zahlen, die BYD zuletzt vorlegen musste: Der Nettogewinn brach im ersten Halbjahr um 20,5 Prozent auf 12,33 Milliarden Yuan ein, der Umsatz sank um 7,1 Prozent auf 344,82 Milliarden Yuan. Grund ist der anhaltende Preiskrieg auf dem chinesischen Heimatmarkt, der die Margen erodiert.
Die entscheidende Frage
Im Kern steht eine Frage: Kann das Auslandsgeschäft die Schwäche im Heimatmarkt kompensieren, bevor die Governance-Neuausrichtung und mögliche Kapitalmaßnahmen aus der Hauptversammlung greifen? Von Januar bis August summierten sich die Überseeverkäufe auf 1.162.260 Fahrzeuge, ein Plus von 85,72 Prozent gegenüber dem Vorjahr, allein im August waren es 189.466 Einheiten.
Doch die Produktionskapazitäten hinken hinterher: Das Werk in Ungarn soll erst im November oder Dezember die Montage aufnehmen, die Anlage in Indonesien ist angelaufen, Brasilien arbeitet sich auf eine Jahreskapazität von 300.000 Einheiten hoch.
Ein Rückstau von rund 250.000 Bestellungen für Flash-Charge-Modelle wartet zudem auf ausreichende Blade-2-Batteriekapazitäten, die frühestens Anfang 2027 verfügbar sein sollen. Ob der Export schnell genug skaliert, um die Heimatmarge auszugleichen, entscheidet maßgeblich über die Bewertung der Aktie in den kommenden Quartalen.
Bullisches Szenario
Gelingt der Kapazitätsausbau plangemäß, dürfte sich das Bild rasch aufhellen. BYD hat die Prognose für 2026 auf 1,9 bis 2,0 Millionen Überseefahrzeuge angehoben, deutlich mehr als die 1,3 Millionen, die im Januar noch veranschlagt waren.
Für 2027 nennt das Unternehmen ein Ziel von über 2,5 Millionen Auslandsfahrzeugen. Neue Modelle wie der Sealion 08 im Ocean-Lineup und die batterieelektrische Variante des Denza N8L sollen die Produktpalette in profitableren Segmenten erweitern.
Setzt sich das hohe Exportwachstum fort und entlastet der Asset-Pool-Mechanismus die Bilanz, könnte die aktuelle Bewertung nahe dem 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro als überzogen negativ gelten. Der überverkaufte RSI-Wert würde in diesem Fall eher eine technische Gegenbewegung als eine fundamentale Warnung signalisieren.
Bärisches Risiko
Dagegen steht die Gefahr, dass der heimische Preiskampf strukturell bleibt und die Margen weiter drückt, während der Exportaufbau durch Batterie-Engpässe und verzögerte Werke gebremst wird. Der Kurs notiert derzeit rund 11 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und 16 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen, dass der mittelfristige Trend intakt abwärts gerichtet ist.
Sollte die Hauptversammlung Unsicherheit über die neue Asset-Pool-Struktur oder die Zusammensetzung des Führungsgremiums schaffen, könnte dies zusätzliches Misstrauen auslösen. Ein Gewinnrückgang wie im ersten Halbjahr, verbunden mit anhaltendem Kapazitätsstau im Ausland, würde die Wachstumsstory empfindlich schwächen.
Ausblick
Solange die Exportzahlen ihren Wachstumskurs halten und die Kapazitätsengpässe wie Blade 2 und die Werke in Ungarn und Brasilien planmäßig abgebaut werden, bleibt das Argument für eine Bodenbildung intakt. Kippt jedoch die Dynamik – etwa durch eine erneute Verschärfung des heimischen Preiskriegs oder Verzögerungen bei den Auslandswerken – dürfte der Abwärtstrend anhalten.
Der nächste konkrete Prüfstein ist die außerordentliche Hauptversammlung am 29. September, die über Satzungsänderungen, Direktorenposten und die neue Garantiestruktur entscheidet. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen der überverkauften technischen Lage und den strukturellen Ertragsfragen schwanken.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 10. September liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

