Ein Kursanstieg von 0,18 auf 0,44 CAD an einem einzigen Handelstag— das ist keine Routinebewegung. Auslöser war ein umfassendes Portfolio-Update des kanadischen Rohstoffexplorers Canamera Energy Metals, der sieben Seltene-Erden- und Uranprojekte in drei Ländern gleichzeitig vorantreibt.

Frisches Kapital, volle Pipeline

Innerhalb von vier Monaten hat Canamera rund 10,2 Millionen CAD frisches Kapital eingesammelt. Das verschafft dem Unternehmen finanziellen Spielraum für laufende Bohrprogramme in Brasilien, geophysikalische Modellierungen in Colorado und mehrere Explorationsprogramme in Kanada.

Das Herzstück bleibt das brasilianische Projekt Turvolândia. Erste Auger-Bohrungen über 350 Meter lieferten Intervalle von über 6.000 ppm TREO— ein starker Frühindikator für ionische Tonerde-Lagerstätten, wie sie auch die chinesische Seltene-Erden-Produktion dominieren. Von ursprünglich 1.000 geplanten Bohrmetern wurde das Programm auf 1.200 Meter ausgeweitet, nachdem einzelne Bohrlöcher Gehalte von bis zu 6.431 ppm TREO zurückgaben. Ausstehende Assay-Ergebnisse werden innerhalb von sechs bis acht Wochen erwartet.

Expansion in Brasilien und Kanada

Parallel dazu unterzeichnete Canamera eine unverbindliche Absichtserklärung für das Patos-Projekt in Minas Gerais— acht Explorationsgenehmigungen über knapp 16.000 Hektar, ebenfalls auf ionische Tonschiefervorkommen ausgerichtet. Beide brasilianischen Assets liegen in der Nähe des Poços-de-Caldas-Alkalinkomplexes, einer der vielversprechendsten Seltene-Erden-Regionen des Landes.

In Kanada kommen zwei weitere Projekte hinzu: das Waterslide-Projekt in Ontario mit 2.300 Hektar Uran- und REE-Potenzial sowie das Schryburt-Lake-Projekt, ein karbonatitgebundenes REE-Niob-System mit vier definierten Prioritätszielen. An beiden kann Canamera bis zu 90 Prozent erwerben.

Wyoming als Uranwette

Ergänzend sicherte sich das Unternehmen eine Option auf bis zu 90 Prozent am Great-Divide-Basin-Uranprojekt in Wyoming— einem etablierten Uranfördergebiet mit Roll-Front-Lagerstätten.

Der strategische Rahmen dahinter ist klar: China kontrolliert weiterhin den Großteil der globalen Seltene-Erden-Versorgung, was westliche Lieferketten anfällig macht. Canamera positioniert sich als einer der Akteure, die alternative Quellen in bergbaufreundlichen Jurisdiktionen erschließen wollen.

Ob der Kurssprung vom Dienstag nachhaltig ist, hängt maßgeblich von den noch ausstehenden Turvolândia-Assays ab. Fallen die Ergebnisse so aus wie die bisherigen Frühindikationen, dürfte das Interesse am Wert kaum nachlassen.