Vier Mineralisierungsziele, ein 7,4 Kilometer langes Explorationssystem — Canamera Energy Metals hat sein Seltene-Erden-Projekt in Brasilien erneut ausgeweitet. Der Kurs reagiert trotzdem mit Abgaben.

Neue Bohrung öffnet die South Zone

Am 16. Juni 2026 veröffentlichte Canamera die Assay-Ergebnisse aus der South Zone seines Turvolândia-Projekts im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Im Mittelpunkt steht Bohrloch TUV-AUG-0036. Es lieferte Seltene-Erden-Mineralisierung in den untersten sechs Metern — mit steigenden Gehalten zum Ende hin. Das Loch endete in mineralisiertem Material und bleibt in der Tiefe offen.

CEO-Aussagen zufolge hat Turvolândia damit vier eigenständige Mineralisierungsziele. Die South Zone markiert mit 7,4 Kilometern Abstand zum Referenzpunkt Cordis die bisher größte Ausdehnung des Explorationssystems.

Schnelle Entdeckungsfolge in Minas Gerais

Bereits am 9. Juni hatte Canamera Ergebnisse aus Bohrloch TUV-AUG-0043 gemeldet. Dieses Loch liegt 3,3 Kilometer nördlich des Marita-Ziels und bestätigte ein neues Ziel namens Linda — zwischen den bekannten Zielen Cordis und Marita.

TUV-AUG-0043 erzielte im Schnitt 2.208,6 ppm gesamte Seltene-Erden-Oxide (TREO) über 14 Meter ab Oberfläche. Davon entfielen 664,7 ppm auf magnetische Seltene-Erden-Oxide plus Yttrium. Alle Proben wiesen einen Chemical Index of Alteration von über 70 Prozent auf — im Schnitt rund 83 Prozent. Das ist charakteristisch für ionische Adsorptionston-Lagerstätten unter tropischen Verwitterungsbedingungen.

Zum Vergleich: Das Cordis-Ziel hatte zuvor bereits bis zu 5.341 ppm TREO über einen Meter geliefert. Bohrloch TUV-AUG-0014 schnitt dort 13 Meter mit durchschnittlich 3.255 ppm TREO ab Oberfläche.

Kurs weit unter Jahreshoch

Kein Wunder, dass die Diskrepanz zwischen Explorationserfolgen und Kursentwicklung auffällt. Die Aktie notiert bei 0,21 Euro — rund 75 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,85 Euro aus dem Januar 2026. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier 12,5 Prozent.

Das ist ein bekanntes Muster bei Frühphasen-Explorern. Kapitalaufwand und Zeitrisiko bis zur Ressourcenschätzung drücken auf die Bewertung — unabhängig vom Nachrichtenfluss.

Das Turvolândia-Projekt umfasst 29.574 Hektar, rund 200 Kilometer nordöstlich von São Paulo. Mit der South Zone hat Canamera den Umfang des Systems deutlich vergrößert. Jetzt muss das Unternehmen zeigen, ob systematisches Nachbohren die Basis für eine formale Ressourcenschätzung legen kann.