Washington liefert den größten drogenpolitischen Kurswechsel seit Jahrzehnten. Für die US-Cannabis-Branche rückt das Ende einer massiven Steuerlast in greifbare Nähe. Die Aktie von Canopy Growth reagiert auf diese historische Nachricht allerdings mit einem scharfen Abverkauf. Hier prallen politische Fantasie und harte Unternehmensrealität ungebremst aufeinander.
Steuererleichterung durch neue Einstufung
Am 23. April ordnete das US-Justizministerium an, medizinische Marihuana-Produkte in die niedrigere Risikoklasse Schedule III herabzustufen. Für lizenzierte US-Betreiber entfällt damit künftig die Strafsteuer nach Artikel 280E. Branchenweit geht es um Einsparungen in Milliardenhöhe. Parallel dazu öffnen sich neue Wege für die medizinische Forschung.
Eine vollständige Legalisierung bedeutet der Schritt nicht. Der Freizeitkonsum bleibt auf Bundesebene illegal. Als an der Nasdaq gelistetes Unternehmen darf Canopy Growth weiterhin keine US-Cannabis-Geschäfte direkt besitzen. Die wirtschaftliche Beteiligung an der Tochtergesellschaft Canopy USA lässt sich daher vorerst nicht in die eigene Bilanz integrieren.
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Kurssprung endet in der Bullenfalle
Im Vorfeld der Entscheidung hatte sich die Aktie massiv verteuert. Seit Ende März kletterte der Kurs in der Spitze um rund 70 Prozent. Am Tag der Ankündigung eröffnete das Papier bei 1,51 US-Dollar. Danach setzten sofort massive Gewinnmitnahmen ein.
Späte Käufer gerieten in eine Falle. Nach dem anfänglichen Kurssprung rutschte das Papier hart ab. Am gestrigen Freitag pendelte sich die Aktie bereits knapp unter 1,20 US-Dollar ein. Charttechnisch rückt nun die Unterstützungszone um 1,15 US-Dollar in den Fokus.
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Verwässerung und anhaltende Verluste
Die fundamentale Lage des Unternehmens rechtfertigt aktuell kaum Euphorie. Canopy Growth kämpft weiterhin mit tiefroten Margen und einer negativen Eigenkapitalrendite. Die jüngste Rekapitalisierung sowie eine Firmenübernahme wurden mit neuen Aktien bezahlt. Das verwässert den Anteil der Altaktionäre erheblich.
Ein Blick auf das Dezember-Quartal zeigt das Ausmaß der operativen Probleme. Einem Umsatz von rund 90 Millionen US-Dollar stand ein Nettoverlust von 62 Millionen US-Dollar gegenüber. Immerhin decken die liquiden Mittel von gut 370 Millionen US-Dollar die kurzfristigen Verbindlichkeiten komfortabel ab.
Der nächste konkrete Termin für den Sektor steht bereits fest. Am 29. Juni beginnt die Anhörung der US-Drogenbehörde DEA zur endgültigen Umsetzung der neuen Einstufung. Bis dahin muss Canopy Growth beweisen, dass das Unternehmen abseits politischer Schlagzeilen operativ überleben kann. Der letzte ausgeglichene Gewinn gelang im Jahr 2017.
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