Capgemini Aktie: 670-Millionen-Auftrag von HMRC

Capgemini gewinnt 670-Millionen-Dollar-Deal zur Modernisierung der HMRC-IT. Die Aktie legt zu, bleibt aber im Jahrestrend schwach.

Capgemini Aktie
Kurz & knapp:
  • 670-Millionen-Dollar-Auftrag aus London
  • Achtjähriges Digitalprojekt für HMRC
  • Aktie steigt um 2,2 Prozent
  • Jahresverlust von rund 28 Prozent

Der IT-Dienstleister Capgemini hat bei der britischen Steuerbehörde HMRC einen der größten Digitalaufträge des Jahres an Land gezogen. Ein Konsortium unter Führung der Franzosen soll die Kundeninfrastruktur der Behörde modernisieren – der Vertragswert liegt bei umgerechnet rund 670 Millionen Dollar.

Acht Jahre Laufzeit, Option auf Verlängerung

Das Projekt läuft über acht Jahre, bis Mai 2034, mit einer optionalen zweijährigen Verlängerung. Im Kern geht es um die Plattform NiCE CXone, die auf einer britischen Sovereign Cloud betrieben wird. Capgemini übernimmt Systemdesign und Integration. Ziel ist ein „Digital-First“-Ansatz: KI-gestützte Self-Service-Tools sollen Wartezeiten verkürzen und die Servicequalität für Steuerzahler verbessern. Partner sind NiCE und Route 101.

Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Capgemini verstärkt auf Großaufträge im öffentlichen Sektor setzt. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Plus von 2,21 Prozent auf 101,00 Euro – nach 98,82 Euro zum Handelsschluss am Mittwoch.

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Kurs trotz Auftrag unter Druck

Der Jahresverlauf bleibt allerdings schwierig. Seit Januar hat die Aktie rund 28 Prozent verloren. Sie notiert unter ihrer 50-Tage-Linie (102,33 Euro) und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 120,57 Euro. Der RSI von 47,6 signalisiert eine neutrale Marktverfassung – weder überkauft noch überverkauft.

Capgemini treibt parallel die Integration übernommener Spezialisten wie des PLM-Experten Piterion voran. Die Strategie: Cloud-basierte Dienstleistungen mit generativer KI kombinieren, um Geschäftskunden bei der Automatisierung ihrer Workflows zu helfen. Der HMRC-Auftrag passt in dieses Muster. Ob er reicht, um das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückzugewinnen, wird sich über die kommenden Quartale zeigen müssen – die Vertragslaufzeit ist lang, die operative Umsetzung komplex.

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