Capgemini Aktie: KI-Wende kostet Hunderte Millionen

Der IT-Dienstleister Capgemini meldet starkes Umsatzwachstum, startet aber ein teures Restrukturierungsprogramm, um sich auf künstliche Intelligenz auszurichten.

Capgemini Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz 2025 übertrifft eigene Prognose deutlich
  • KI-Aufträge machen bereits über 10 Prozent aus
  • Massive Restrukturierungskosten von 700 Millionen Euro
  • Nettogewinn sinkt trotz Umsatzplus leicht

Der französische IT-Dienstleister Capgemini dreht kräftig am Rad. Am heutigen Freitag legte das Unternehmen nicht nur seine Jahreszahlen vor, sondern kündigte auch ein massives Umbauprogramm an. Der Preis: 700 Millionen Euro an Restrukturierungskosten über die nächsten zwei Jahre. Der Grund: Die rasante Verlagerung hin zu künstlicher Intelligenz erfordert eine komplette Neuausrichtung der Belegschaft.

Die Zahlen für 2025 können sich sehen lassen. Mit einem Umsatz von 22,47 Milliarden Euro übertraf Capgemini die eigene Prognose von 2 bis 2,5 Prozent Wachstum deutlich und landete bei plus 3,4 Prozent. Besonders das vierte Quartal legte mit einem Zuwachs von 10,6 Prozent einen Spurt hin. Verantwortlich dafür waren vor allem die jüngsten Übernahmen – allen voran der indische Geschäftsprozess-Spezialist WNS.

KI-Anteil schnellt nach oben

Was wirklich aufhorchen lässt: Generative und agentische KI machten im vierten Quartal bereits mehr als 10 Prozent der Auftragseingänge aus. Über das gesamte Jahr 2025 lag dieser Anteil bei über 8 Prozent – ein deutlicher Sprung gegenüber den rund 5 Prozent zu Jahresbeginn. CEO Aiman Ezzat formuliert es klar: Das Unternehmen positioniert sich als „Katalysator für unternehmensweite KI-Adoption“.

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Doch der Wandel hat seinen Preis. Die angekündigten Restrukturierungskosten von 700 Millionen Euro fließen größtenteils in länderspezifische Anpassungen der Belegschaft und Qualifizierungsmaßnahmen. Der Großteil davon – vermutlich um die 400 bis 500 Millionen Euro – wird 2026 anfallen. Das drückt auch auf den freien Cashflow, der für 2026 mit 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 1,95 Milliarden Euro erwartet wird.

Wachstum durch Zukäufe

Für 2026 peilt Capgemini ein Umsatzwachstum von 6,5 bis 8,5 Prozent an. Allerdings stammen davon 4,5 bis 5 Prozentpunkte aus Übernahmen – vor allem aus der WNS-Integration. Das organische Wachstum liegt damit nur im niedrigen einstelligen Bereich. Die Personalstärke kletterte zum Jahresende auf 423.400 Mitarbeiter, ein Plus von 24 Prozent. Der Offshore-Anteil stieg auf 66 Prozent der Gesamtbelegschaft.

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Regional zeigt sich ein gemischtes Bild: Nordamerika legte um 7,3 Prozent zu, Großbritannien und Irland sogar um 10,5 Prozent. Frankreich hingegen sackte um 4,1 Prozent ab – ein schwieriges Umfeld, wie das Unternehmen einräumt. Der Rest Europas verlor 0,7 Prozent, während Asien-Pazifik und Lateinamerika mit 13,8 Prozent kräftig zulegten.

Beim Gewinn sieht es weniger rosig aus. Der Nettogewinn sank um 4,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie fiel von 9,47 auf 9,13 Euro. Die operative Marge blieb stabil bei 13,3 Prozent und soll 2026 auf 13,6 bis 13,8 Prozent steigen. Die Nettoverschuldung schnellte von 2,1 auf 5,3 Milliarden Euro hoch – hauptsächlich wegen der 3,8 Milliarden Euro für Übernahmen. Die Dividende bleibt bei 3,40 Euro je Aktie unverändert.

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