Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Reißleine gezogen. Am Montag stufte das Institut die Aktie des französischen IT-Dienstleisters von „Equalweight“ auf „Underweight“ herab und senkte das Kursziel von 145 auf 142 Euro. Die Begründung: kein Spielraum mehr für höhere Bewertungen und begrenzte Sichtbarkeit für eine nachhaltige Wachstumsbeschleunigung.
Die Herabstufung erfolgt, nachdem sich der Titel von seinem Tief nahe 120 Euro erholt hatte. Getrieben wurde die Erholung durch die Rückkehr zu organischem Wachstum im dritten Quartal und gestiegene Bewertungen im gesamten IT-Sektor. Doch Morgan Stanley sieht keinen Weg für eine weitere Ausweitung der Bewertungsmultiplikatoren.
Organisches Wachstum enttäuscht weiterhin
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Morgan Stanley schätzt das organische Wachstum für das Geschäftsjahr 2025 auf magere 0,6 Prozent. Für 2026 erwartet die Bank lediglich 2,5 Prozent – ein drastischer Rückgang gegenüber den Markterwartungen von 4,5 Prozent vor einem Jahr. Das dritte Quartal 2025 markierte zwar den sechsten aufeinanderfolgenden Quartal mit Verbesserungen und erreichte 1,8 Prozent organisches Wachstum (2,9 Prozent auf konstanter Währungsbasis), doch das Tempo bleibt bescheiden.
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Die Wachstumsschwankungen der vergangenen Jahre waren dramatisch: Von rund 15 Prozent während des COVID-bedingten Nachfrageschubs im Geschäftsjahr 2022 brach das organische Wachstum auf minus 2,3 Prozent im Jahr 2024 ein. Verbesserungen in Nordamerika und Großbritannien konnten die anhaltende Schwäche in Frankreich und im übrigen Europa nur teilweise ausgleichen.
WNS-Übernahme verschleiert die Realität
Erschwerend kommt hinzu: Die im vierten Quartal 2025 abgeschlossene Übernahme von WNS wird das Wachstum auf konstanter Währungsbasis im Jahr 2026 zwar rechnerisch anheben. Doch Capgemini hat die direkte Offenlegung der organischen Umsatzentwicklung eingestellt. Morgan Stanley-Analyst Adam Wood warnt, dies mache es „schwieriger, sequenzielle Wachstums- und Beschleunigungstrends zu analysieren“ – ein Faktor, der die Aktie belasten könnte.
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Preisdruck und KI setzen Sektor unter Stress
Der gesamte IT-Dienstleistungssektor kämpft mit Preisdruck, der eine weitere Wachstumsbeschleunigung unwahrscheinlich macht. KI-bedingte Verschiebungen in den Ausgabeprioritäten der Kunden, Druck auf Vertragspreise und erhöhte Investitionserfordernisse belasten Wachstum und Margen gleichermaßen. Morgan Stanley erwartet, dass diese Dynamik die Bewertungsmultiplikatoren im gesamten Sektor im Jahr 2026 begrenzen wird.
Capgemini handelt derzeit mit einem Aufschlag gegenüber einigen europäischen Wettbewerbern – ein Niveau, das Morgan Stanley angesichts der aktuellen Wachstumsaussichten für schwer zu rechtfertigen hält.
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