Der französische IT-Dienstleister Capgemini kommt nicht in die Gänge. Zwar legte die Aktie am Dienstag um 1,20 Prozent auf 97,76 Euro zu. Doch der Gesamttrend bleibt düster. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 31 Prozent an Wert verloren. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei über 102 Euro, der 200-Tage-Schnitt sogar bei rund 120 Euro. Beide Marken sind weit entfernt.
Dabei gibt es Bewegung im Unternehmen. Olivier Sévillia, ehemaliger stellvertretender CEO und langjähriger Capgemini-Mann, wechselt in den Verwaltungsrat von Illuin Technology. Das Start-up ist auf Künstliche Intelligenz spezialisiert. Sévillia soll dort helfen, das internationale Wachstum zu beschleunigen. Er war bei Capgemini für globale Märkte mit einem Umsatzvolumen von 22 Milliarden Euro verantwortlich.
Ein Grund zur Sorge? Nicht zwingend. Doch solche Abgänge zeigen ein Muster. Capgemini verliert erfahrene Führungskräfte, während das Kerngeschäft unter Druck steht.
Fortschritte bei der KI-Strategie
Im operativen Geschäft bleibt Capgemini aktiv. Der Konzern treibt den Einsatz generativer KI voran. Ein Beispiel: die Zusammenarbeit mit einer europäischen Versicherung. Dort erreichten KI-gestützte Reiseversicherungsanfragen eine Trefferquote von 91 Prozent.
Auch öffentliche Aufträge laufen. Für die finnische Stadt Espoo entwickelt Capgemini eine zentrale Datenplattform auf Basis von Microsoft Fabric. Ziel sind bessere Verwaltungsdaten und effizientere öffentliche Dienstleistungen.
Technische Signale bleiben verhalten
Der RSI von 43,7 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei fast 40 Prozent. Das spricht für eine angespannte Stimmung.
Das 52-Wochen-Tief von 93,76 Euro wurde Anfang Juni erreicht. Seitdem erholt sich der Kurs nur langsam. Der Abstand zum Hoch bei 152,85 Euro beträgt über 36 Prozent. Eine schnelle Rückkehr dorthin ist ohne deutliche positive Impulse unwahrscheinlich.
Capgemini steckt in einer schwierigen Phase. Die strategische Ausrichtung auf KI ist richtig, zeigt aber noch nicht im Aktienkurs. Die kommenden Quartalszahlen im Juli dürften zeigen, ob sich der Trend dreht.
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