Nach Monaten im Abwärtsstrudel sendet die Carbios-Aktie erste Lebenszeichen. Während das französische Green-Tech-Unternehmen seine Recycling-Technologie auf Fachmessen bewirbt, hellt sich das Chartbild spürbar auf.

Der Chart hellt sich auf

Die Aktie beendete die Woche bei 7,73 Euro. Das entspricht einem Plus von fast vier Prozent am Freitag. In der Chartanalyse bildete sich zuletzt eine Doppelboden-Formation heraus.

Parallel dazu lieferte der MACD-Indikator ein positives Signal. Der Relative-Stärke-Index (RSI) notiert mit einem Wert von 29,5 im überverkauften Bereich. Dennoch bleibt der Weg nach oben weit. Vom 52-Wochen-Hoch bei 15,19 Euro ist das Papier weiterhin weit entfernt.

Fokus auf industrielle Skalierung

Carbios setzt derweil alles auf die industrielle Skalierung. Das Unternehmen präsentierte seine Lösungen für das PET-Recycling zuletzt auf der Fachmesse Interpack in Düsseldorf. Ziel ist die großflächige Anwendung der enzymatischen Depolymerisation.

Im Mittelpunkt steht die geplante Anlage in Longlaville. Hier will Carbios beweisen, dass sein Verfahren im großen Maßstab funktioniert. Fortschritte bei der Finanzierung dieses Großprojekts sollen den Übergang von der Pilotphase zur Massenproduktion ebnen.

Hohe Verluste und Chefwechsel

Die nackten Zahlen spiegeln die frühe Phase des Geschäftsmodells wider. Im vergangenen Jahr verbuchte Carbios einen Nettoverlust von 34,3 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit rund 582.000 Euro gering.

Das Unternehmen setzt künftig primär auf Lizenzeinnahmen aus seiner Technologie. Im Juni steht zudem ein geplanter Führungswechsel an. Der aktuelle CEO geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger übernimmt die Leitung pünktlich zur entscheidenden Bauphase in Longlaville.

Im Juni entscheidet sich die Richtung. Dann findet die Hauptversammlung der Aktionäre statt. Parallel dazu muss das neue Management beweisen, dass der Zeitplan für die Fabrik in Longlaville hält.